Beckenbodentherapie in Basel: Wie sie bei Inkontinenz, nach Geburt & bei Senkungen hilft
Beckenbodentherapie Basel: Bei Inkontinenz & nach der Geburt | PHYSIO silea PHYSIO silea › Beckenbodentherapie Basel Beckenboden Rückbildung Basel Beckenbodentherapie ist eine spezialisierte Form der Physiotherapie zur Behandlung von Funktionsstörungen des Beckenbodens – der Muskelplatte, die Blase, Darm und (bei Frauen) Gebärmutter von unten stützt. Sie hilft bei Harn- und Stuhlinkontinenz, bei der Rückbildung nach der Geburt, bei Beckenorgansenkungen, chronischen Beckenschmerzen und nach Prostataoperationen bei Männern. Zentral ist die korrekte Wahrnehmung: Ein gesunder Beckenboden kann sowohl kräftig anspannen als auch vollständig loslassen. Bei PHYSIO silea in Basel begleitet Physiotherapeutin Inga Dammann Frauen und Männer bei der gezielten Wiederherstellung der Beckenbodenfunktion. Was Beckenbodentherapie leistet, bei welchen Beschwerden sie hilft und wie richtiges Training funktioniert. Von Inga Dammann, Physiotherapeutin bei PHYSIO silea Basel · Lesezeit: ca. 8 Minuten Inhaltsverzeichnis Was ist der Beckenboden – und was leistet er? Was ist Beckenbodentherapie? Bei welchen Beschwerden hilft sie? Beckenboden & Inkontinenz Beckenboden nach der Geburt Beckenbodentherapie für Männer Richtiges Beckenbodentraining: die Grundlagen Wenn der Beckenboden zu fest ist Häufige Fragen Beckenbodentherapie in Basel Was ist der Beckenboden – und was leistet er? Der Beckenboden ist eine mehrschichtige Muskel- und Bindegewebsplatte, die den Beckenraum nach unten abschliesst. Er spannt sich zwischen Schambein, Steissbein und den beiden Sitzbeinhöckern auf und trägt die Beckenorgane – Blase, Darm und bei Frauen die Gebärmutter. Der Beckenboden erfüllt mehrere lebenswichtige Aufgaben gleichzeitig: Halten – er trägt die Beckenorgane und hält sie in Position Verschliessen – er kontrolliert die Schliessmuskeln von Blase und Darm (Kontinenz) Öffnen und Loslassen – beim Wasserlassen, Stuhlgang und bei der Geburt muss er vollständig entspannen können Stabilisieren – als Teil des «inner core» stabilisiert er zusammen mit Zwerchfell, tiefer Bauch- und Rückenmuskulatur den Rumpf Die Doppelfunktion: Kraft UND Loslassen Ein gesunder Beckenboden ist nicht einfach «stark» – er ist reaktiv. Er kann im richtigen Moment anspannen (z.B. beim Husten, um Urinverlust zu verhindern) und im richtigen Moment vollständig loslassen (beim Wasserlassen oder bei der Geburt). Beckenbodenprobleme entstehen sowohl durch einen zu schwachen als auch durch einen zu verspannten Beckenboden. Deshalb ist reines «Anspannen üben» oft nicht die Lösung. Was ist Beckenbodentherapie? Beckenbodentherapie ist ein Spezialgebiet der Physiotherapie, das die Funktion des Beckenbodens gezielt untersucht und behandelt. Sie geht weit über «Kegel-Übungen» hinaus und umfasst: Wahrnehmungsschulung – viele Menschen können den Beckenboden nicht bewusst ansteuern; der erste Schritt ist, ihn überhaupt zu spüren Funktionsbeurteilung – ist der Beckenboden zu schwach, zu verspannt, oder fehlt die Koordination? Gezieltes Training – auf den individuellen Befund abgestimmt: Kräftigung, Entspannung oder Koordination Manuelle Techniken – Behandlung von Verspannungen und Triggerpunkten der Beckenbodenmuskulatur Verhaltensberatung – Toilettenverhalten, Trinkverhalten, Alltagsstrategien, richtiges Heben Integration in den Alltag – der Beckenboden soll automatisch funktionieren, nicht nur beim Üben Bei welchen Beschwerden hilft Beckenbodentherapie? Häufig Harninkontinenz Unfreiwilliger Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen, Sport (Belastungsinkontinenz) oder bei plötzlichem Harndrang (Dranginkontinenz). Die häufigste Indikation. Nach der Geburt Rückbildung Nach Schwangerschaft und Geburt ist der Beckenboden überdehnt und geschwächt. Gezielte Rückbildung stellt Funktion und Stabilität wieder her. Strukturell Organsenkung Senkung von Blase, Gebärmutter oder Darm (Prolaps) – Gefühl von Druck oder «Fremdkörper» im Beckenbereich. Beckenbodentraining kann Beschwerden lindern und Fortschreiten verlangsamen. Männer Nach Prostata-OP Nach radikaler Prostatektomie tritt häufig vorübergehende Inkontinenz auf. Beckenbodentraining verbessert die Kontinenz deutlich und beschleunigt die Erholung. Schmerz Chronische Beckenschmerzen Ein zu verspannter Beckenboden kann chronische Schmerzen im Becken, beim Sitzen oder beim Geschlechtsverkehr verursachen. Hier steht Entspannung statt Kräftigung im Vordergrund. Stuhl Stuhlinkontinenz Kontrollverlust über den Darmschliessmuskel. Beckenbodentherapie mit gezieltem Schliessmuskeltraining und Koordination kann die Kontrolle deutlich verbessern. Beckenboden & Inkontinenz: Was wirklich hilft Harninkontinenz ist weit verbreitet – und weit unterbehandelt. Viele Betroffene schämen sich und arrangieren sich jahrelang mit Einlagen, obwohl eine wirksame Behandlung möglich wäre. Dabei ist Beckenbodentraining bei der häufigsten Form, der Belastungsinkontinenz, die Behandlung erster Wahl. Belastungsinkontinenz bedeutet unfreiwilligen Urinverlust bei körperlicher Belastung – Husten, Niesen, Lachen, Heben, Sport. Die Ursache ist ein Beckenboden, der dem plötzlichen Druckanstieg im Bauchraum nicht standhält. Gezieltes Training verbessert die Situation bei rund 70 % der Betroffenen deutlich oder vollständig. Dranginkontinenz bedeutet plötzlichen, kaum kontrollierbaren Harndrang. Hier wird das Beckenbodentraining mit Blasentraining und Verhaltensstrategien kombiniert. Auch Mischformen aus beiden sind häufig und gut behandelbar. Erfahrung aus der Praxis Die häufigste Aussage, die ich höre: «Ich mache doch schon Beckenbodenübungen, es hilft nicht.» Bei der Untersuchung zeigt sich dann oft, dass gar nicht der Beckenboden angesteuert wird, sondern Gesäss, Bauch oder Oberschenkel. Oder der Beckenboden ist bereits zu verspannt und braucht Entspannung statt noch mehr Anspannung. Das ist der Grund, warum professionelle Anleitung so viel ausmacht. Beckenboden nach der Geburt Schwangerschaft und Geburt sind die grösste Belastungsprobe für den Beckenboden. Über neun Monate trägt er zunehmendes Gewicht, bei der vaginalen Geburt wird er maximal gedehnt. Es ist völlig normal, dass er danach Zeit und gezieltes Training braucht, um seine Funktion wiederzuerlangen. Der zeitliche Ablauf: Wochenbett (Woche 1–6): sanfte Wahrnehmungs- und Atemübungen, keine Belastung Ab Woche 6–8 (nach ärztlicher Freigabe): Beginn des gezielten Beckenbodentrainings, idealerweise nach einer Beckenbodenbeurteilung Aufbauphase: progressive Kräftigung, Integration in Alltag und Sport Wichtig: Rückbildung ist mehr als Beckenboden – auch die Bauchmuskulatur (bei Rektusdiastase) und die Rumpfstabilität müssen wiederhergestellt werden. Mehr dazu in den Artikeln Reformer Pilates in & nach der Schwangerschaft und Physiotherapie in der Schwangerschaft Basel. Beckenbodentherapie für Männer Beckenbodentherapie wird oft als reines Frauenthema wahrgenommen – das ist ein Irrtum. Auch Männer haben einen Beckenboden, und auch bei Männern kann er Probleme verursachen. Die wichtigsten Indikationen: Nach Prostataoperationen – die radikale Prostatektomie (z.B. bei Prostatakrebs) führt häufig zu vorübergehender Harninkontinenz. Gezieltes Beckenbodentraining – idealerweise schon vor der Operation begonnen – verbessert die Kontinenz nach dem Eingriff deutlich Chronische Beckenschmerzen – ein verspannter Beckenboden kann bei Männern Schmerzen im Damm-, Hoden- oder Unterbauchbereich verursachen (oft als «chronische Prostatitis» fehlgedeutet) Erektile Dysfunktion – der Beckenboden spielt eine Rolle bei der Erektionsfunktion; Training kann unterstützend wirken Richtiges Beckenbodentraining: die Grundlagen Bevor du mit Übungen beginnst: Der wichtigste Schritt ist die korrekte Wahrnehmung. Ohne die richtige Ansteuerung trainiert man die falschen Muskeln – und wundert sich, warum nichts besser wird. Schritt 1 · Wahrnehmung Den Beckenboden finden Grundlage Die Basis für alles
