Knieschmerzen: Ursachen nach Schmerzort erkennen und richtig behandeln
Knieschmerzen: Ursachen nach Schmerzort erkennen & behandeln | PHYSIO silea Basel PHYSIO silea › Knieschmerzen Schmerzbilder Kniegelenk Basel Knieschmerzen lassen sich am zuverlässigsten über den Schmerzort einordnen. Schmerz an der Innenseite deutet auf Innenmeniskus, Innenband oder Pes-anserinus-Syndrom hin. Schmerz an der Aussenseite ist meist ein Läuferknie (Iliotibiales Bandsyndrom). Schmerz direkt unterhalb der Kniescheibe spricht für ein Patellaspitzensyndrom, Schmerz hinter oder um die Kniescheibe für ein patellofemorales Schmerzsyndrom. Die wichtigste Erkenntnis aus der Physiotherapie: Bei den meisten Knieschmerzen liegt die Ursache nicht im Knie selbst, sondern in einer schwachen Hüft- und Gesässmuskulatur, die das Knie bei Belastung nach innen kippen lässt. Bei PHYSIO silea in Basel behandelt Physiotherapeutin Inga Dammann Knieschmerzen deshalb immer über die gesamte Bewegungskette von Hüfte bis Fuss. Wie du deine Knieschmerzen einordnest und was wirklich hilft. Von Inga Dammann, Physiotherapeutin bei PHYSIO silea Basel · Lesezeit: ca. 9 Minuten Inhaltsverzeichnis Knieschmerzen nach Schmerzort einordnen Knieschmerzen an der Innenseite Knieschmerzen an der Aussenseite: Läuferknie Schmerz unterhalb der Kniescheibe: Patellaspitzensyndrom Schmerz vorne um die Kniescheibe Meniskusriss: operieren oder nicht? Kniearthrose Der blinde Fleck: warum das Knie selten schuld ist Die 5 wirksamsten Knie-Übungen Warnsignale: wann sofort zum Arzt Häufige Fragen Knieschmerzen behandeln in Basel Knieschmerzen nach Schmerzort einordnen «Mein Knie tut weh» ist als Beschreibung zu ungenau. Das Kniegelenk ist das grösste und mechanisch komplexeste Gelenk des Körpers. Es besteht aus drei Teilgelenken, zwei Menisken, vier Hauptbändern und einem dichten Netz aus Sehnen und Muskeln. Je nachdem, welche Struktur betroffen ist, sitzt der Schmerz an einer anderen Stelle. Deshalb ist die erste und wichtigste Frage in der Untersuchung immer: Wo genau tut es weh? Diese Übersicht hilft dir bei der Einordnung. Schmerzort Wahrscheinliche Ursachen Typischer Auslöser Innenseite Innenmeniskus, Innenband, Pes-anserinus-Syndrom, beginnende Arthrose Drehbewegung, Laufen, Treppe abwärts Aussenseite Läuferknie (ITBS), Aussenmeniskus, Aussenband Laufen, ab bestimmter Distanz Unter der Kniescheibe Patellaspitzensyndrom (Jumper’s Knee) Springen, Landen, Aufstehen aus der Hocke Vorne/um die Kniescheibe Patellofemorales Schmerzsyndrom Langes Sitzen, Treppe, Bergablaufen Kniekehle Baker-Zyste, hintere Meniskusanteile, Beugesehnen Volle Beugung, langes Stehen Diffus, ganzes Knie Kniearthrose, Erguss, entzündliche Prozesse Belastung, Morgensteifigkeit Knieschmerzen an der Innenseite Die Innenseite ist die mit Abstand häufigste Schmerzlokalisation am Knie. Der Grund ist mechanisch: Beim Gehen und Laufen liegt der grösste Teil der Last auf dem inneren Kniekompartiment. Drei Ursachen stehen im Vordergrund. Innenmeniskusschädigung Häufigste UrsacheMeist konservativ behandelbar Typisch: Schmerz genau im inneren Gelenkspalt, oft durch eine Drehbewegung bei gebeugtem Knie ausgelöst. Manchmal Schwellung, gelegentlich ein Gefühl von Einklemmen. Wichtig: Ab dem 40. Lebensjahr sind Meniskusveränderungen extrem häufig, auch bei völlig beschwerdefreien Menschen. Ein Riss im MRT bedeutet nicht automatisch, dass er die Schmerzen verursacht. Pes-anserinus-Syndrom Oft übersehenGut behandelbar Typisch: Schmerz etwas unterhalb des inneren Gelenkspalts, dort wo drei Sehnen gemeinsam am Schienbein ansetzen (der «Gänsefuss»). Druckempfindlich, Schmerz beim Treppensteigen und beim Aufstehen aus dem Sitzen. Ursache: Überlastung, häufig bei Läufern, oft in Kombination mit schwacher Gesässmuskulatur. Wird häufig fälschlich als Meniskusproblem eingeordnet. Innenbandreizung Nach TraumaHeilt meist gut Typisch: Schmerz entlang des Innenbandes, meist nach einer Verdrehung oder einem seitlichen Krafteinwirken auf das Knie. Schmerz bei seitlicher Belastung und bei bestimmten Drehbewegungen. Prognose: Isolierte Innenbandverletzungen heilen in der Regel gut konservativ mit angepasster Belastung und Aufbautraining. Knieschmerzen an der Aussenseite: das Läuferknie Das Läuferknie (Iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) ist die häufigste Ursache für Schmerz an der Knieaussenseite und einer der häufigsten Laufverletzungen überhaupt. Der Tractus iliotibialis ist ein derber Sehnenstreifen, der an der Aussenseite des Oberschenkels von der Hüfte bis unters Knie zieht. Bei wiederholter Beugung und Streckung reibt er über den äusseren Oberschenkelknochen und reizt das darunterliegende Gewebe. Das klassische Muster: Beim Laufen ist zunächst alles gut. Nach einer bestimmten, oft erstaunlich reproduzierbaren Distanz (etwa nach 3 oder 5 Kilometern) setzt ein stechender Schmerz an der Knieaussenseite ein, der beim Weiterlaufen schlimmer wird. Bergablaufen verschlimmert die Beschwerden deutlich. Der wichtigste Irrtum beim Läuferknie Viele Betroffene rollen jahrelang mit der Faszienrolle über die schmerzende Aussenseite, ohne dass es besser wird. Der Grund: Der Tractus ist nicht «zu straff», er lässt sich mechanisch kaum dehnen. Die eigentliche Ursache ist meist eine schwache Hüftabduktoren- und Gesässmuskulatur (Gluteus medius), die das Becken beim Laufen nicht stabilisiert. Die Behandlung liegt deshalb in der Hüfte, nicht im Knie. Schmerz unterhalb der Kniescheibe: Patellaspitzensyndrom Das Patellaspitzensyndrom (Jumper’s Knee, Patellatendinopathie) ist eine Überlastung der Patellasehne, die von der Kniescheibe zum Schienbein zieht. Typisch: Ein punktueller, klar lokalisierbarer Schmerz direkt unterhalb der Kniescheibe. Er tritt bei Sprüngen, Landungen, Treppensteigen und beim Aufstehen aus der Hocke auf. Betroffen sind vor allem Sportarten mit Sprungbelastung wie Volleyball, Basketball, Handball und Leichtathletik, aber auch Menschen mit plötzlich gesteigerter Belastung. Wie beim Tennisellenbogen und bei der Achillessehne gilt auch hier: Die Endung «-itis» ist irreführend. Bei chronischen Beschwerden findet sich keine klassische Entzündung, sondern eine degenerative Sehnenveränderung (Tendinopathie). Das hat direkte Konsequenzen für die Behandlung. Was beim Patellaspitzensyndrom wirklich wirkt Die wirksamste Behandlung ist progressives Krafttraining, insbesondere schwere langsame Widerstandsübungen (Heavy Slow Resistance). Die Sehne braucht mechanische Belastung zur Regeneration, nicht Schonung. Vollständige Ruhe schwächt die Sehne weiter. Ergänzend kann bei chronischen Fällen Stoßwellentherapie die Regeneration unterstützen. Kortison-Injektionen in die Patellasehne werden heute kritisch gesehen, da sie das Rupturrisiko erhöhen können. Schmerz vorne um die Kniescheibe: patellofemorales Schmerzsyndrom Das patellofemorale Schmerzsyndrom (auch «vorderer Knieschmerz») ist besonders häufig bei jüngeren, aktiven Menschen und bei Frauen. Der Schmerz sitzt diffus vorne im Knie, um oder hinter der Kniescheibe herum, und lässt sich schlecht mit einem Finger lokalisieren. Die typischen Auslöser: Langes Sitzen mit gebeugtem Knie, das sogenannte «Kinozeichen» Treppensteigen, besonders abwärts Bergablaufen In die Hocke gehen Die Ursache liegt in einer gestörten Führung der Kniescheibe in ihrer Gleitrinne. Der häufigste Grund ist wieder eine schwache Hüft- und Gesässmuskulatur: Kippt das Knie unter Belastung nach innen (Valgus), verschiebt sich die Zugrichtung auf die Kniescheibe, und der Anpressdruck steigt einseitig an. Meniskusriss: operieren oder nicht? Diese Frage stellt sich in der Praxis fast täglich, und die ehrliche Antwort hat sich in den letzten fünfzehn Jahren deutlich verändert. Der Meniskus ist eine halbmondförmige Faserknorpelscheibe, die als Stossdämpfer und Stabilisator zwischen Oberschenkel und Schienbein liegt. Es gibt zwei grundlegend verschiedene Rissarten: Traumatischer Riss: durch ein klares Ereignis, meist eine
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