Stoßwellentherapie: Bei welchen Beschwerden sie hilft – und wie sie wirkt
Stoßwellentherapie Basel: Bei welchen Beschwerden sie hilft | PHYSIO silea PHYSIO silea › Angebote › Stoßwellentherapie Basel Behandlungsmethode Sehnen & Weichteile Basel Stoßwellentherapie (ESWT – Extrakorporale Stoßwellentherapie) ist eine nicht-invasive Behandlungsmethode, bei der hochenergetische Druckwellen durch die Haut in das betroffene Gewebe geleitet werden. Sie regt Sehnenzellen zur Regeneration an, stimuliert die Durchblutung und unterbricht chronische Schmerzprozesse – ohne Operation, ohne Injektion. Eingesetzt wird sie vor allem bei chronischen Sehnenerkrankungen wie Fersensporn, Achillessehnen-Tendinopathie, Tennisellenbogen und Kalkschulter, wenn konventionelle Physiotherapie allein nicht ausreicht. Bei PHYSIO silea Basel wird Stoßwellentherapie immer in Kombination mit einem gezielten Belastungsprogramm eingesetzt – nie als isolierte Einzelmassnahme. Von Inga Dammann, Physiotherapeutin bei PHYSIO silea Basel · Lesezeit: ca. 7 Minuten Inhaltsverzeichnis Was ist Stoßwellentherapie – und wie wirkt sie? Bei welchen Beschwerden wird sie eingesetzt? Fokussierte vs. radiale Stoßwelle: Was ist der Unterschied? Wie läuft eine Behandlung ab? Was sagt die Wissenschaft? Stoßwellentherapie in Kombination mit Physiotherapie Wann ist sie nicht geeignet? Krankenkasse und Kosten in der Schweiz Häufige Fragen Stoßwellentherapie in Basel bei PHYSIO silea Was ist Stoßwellentherapie – und wie wirkt sie? Die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) wurde ursprünglich zur Zertrümmerung von Nierensteinen entwickelt. In den 1990er Jahren entdeckte die Sportmedizin, dass niedrigere Energiedosen erstaunliche Effekte auf erkranktes Sehnen- und Weichteilgewebe hatten – und die physiotherapeutische Stoßwellentherapie war geboren. Das Prinzip: Ein Gerät erzeugt mechanische Druckwellen, die über einen Applikator durch die Haut ins Gewebe geleitet werden. Im Gewebe erzeugen sie lokale Mikroverletzungen – bewusst herbeigeführt, um den Heilungsprozess anzustossen. Was passiert dabei auf Gewebeebene? Neovaskularisation – neue Blutgefässe entstehen und verbessern die Durchblutung im chronisch unterversorgten Sehnengewebe Zellstimulation – Tenozyten (Sehnenzellen) werden zur Kollagenproduktion angeregt; das Sehnengewebe regeneriert sich Kalkauflösung – bei Verkalkungen (Kalkschulter) können die Druckwellen die Kalkdepots mechanisch destabilisieren und resorptionsfähig machen Schmerzhemmung – die Behandlung unterdrückt Substanz P (ein Schmerzüberträgerstoff) und kann chronische Schmerzsensibilisierung durchbrechen Warum NSAR und Kortison bei chronischen Sehnen oft nicht helfen Chronische Sehnenbeschwerden sind meistens keine Entzündungen – sondern degenerative Gewebeveränderungen (Tendinopathien). Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Kortison adressieren Entzündung – nicht Degeneration. Stoßwellentherapie hingegen regt das Gewebe zur aktiven Regeneration an. Das ist der Grund, warum sie bei chronischen Sehnen oft wirkt, wo andere Massnahmen versagt haben. Bei welchen Beschwerden wird Stoßwellentherapie eingesetzt? Stoßwellentherapie ist besonders wirksam bei chronischen Sehnen- und Weichteilerkrankungen, die mindestens 3–6 Monate bestehen und auf konservative Massnahmen nicht ausreichend angesprochen haben: Evidenz: Sehr hoch Fersensporn & Plantarfasziitis Chronischer Schmerz unter der Ferse, besonders morgens beim ersten Schritt. Stoßwellentherapie ist hier eine der am besten belegten nicht-operativen Behandlungen. Evidenz: Hoch Kalkschulter (Tendinosis calcarea) Kalkablagerungen in der Supraspinatussehne der Schulter. Fokussierte Stoßwellen können die Kalkdepots auflösen und die Beschwerden deutlich reduzieren. Evidenz: Hoch Achillessehnen-Tendinopathie Chronische Schmerzung der Achillessehne, die auf exzentrisches Training allein nicht anspricht. Stoßwellen regen die Sehnenregeneration an. Mehr: Achillessehne Schmerzen → Evidenz: Gut Tennisellenbogen Chronischer Schmerz am lateralen Epicondylus (Aussenknöchel des Ellenbogens). Besonders bei Beschwerden länger als 6 Monate ist Stoßwellentherapie eine wirksame Ergänzung. Evidenz: Gut Patellasehne (Springerknie) Chronische Tendinopathie der Patellasehne unterhalb der Kniescheibe. Häufig bei Ausdauer- und Sprungsportlern. Evidenz: Moderat Triggerpunkte & Muskelverhärtungen Chronische Muskelverhärtungen und aktive Triggerpunkte, die auf manuelle Therapie und Dry Needling → nur teilweise ansprechen. Fokussierte vs. radiale Stoßwelle: Was ist der Unterschied? Merkmal Fokussiert (FSWT) Radial (RSWT) Energiedichte Hoch – auf präzisen Punkt konzentriert Niedriger – breiter verteilt Eindringtiefe Bis 12 cm – tiefe Strukturen 2–4 cm – oberflächlich Hauptindikationen Kalkschulter, tiefe Sehnenansätze Fersensporn, Tennisellenbogen, Muskeln Handhabung Präziser, erfordert mehr Erfahrung Breiter Applikator, einfacher anzuwenden Kosten Höher (aufwändigeres Gerät) Geringer In der physiotherapeutischen Praxis wird häufig die radiale Stoßwelle eingesetzt – sie ist effektiv für die meisten häufigen Indikationen und gut verträglich. Für tieferliegende Strukturen wie Kalkablagerungen in der Schulter ist die fokussierte Form überlegen. Wie läuft eine Behandlung ab? 1 Befundaufnahme Klinische Beurteilung der betroffenen Struktur, Lokalisation des maximalen Druckschmerzes, Ausschluss von Kontraindikationen. 2 Vorbereitung Auftragen von Kontaktgel auf die Haut über der betroffenen Zone – ähnlich wie beim Ultraschall. Keine Betäubung, keine Injektion. 3 Behandlung Der Applikator wird über das Gel geführt. 1.000–3.000 Impulse, Dauer ca. 5–10 Minuten. Druckgefühl und leichte Schmerzen sind normal. 4 Nachsorge Kein Eis nach der Behandlung (hemmt die gewünschte Entzündungsreaktion). 24–48 h Schonung der behandelten Zone. Kein NSAR unmittelbar danach. Wie viele Sitzungen? Typischerweise 3–5 Behandlungen im Abstand von 1–2 Wochen. Die volle Wirkung zeigt sich oft erst 4–8 Wochen nach der letzten Sitzung – die biologischen Regenerationsprozesse brauchen Zeit. Wer nach 2 Sitzungen keine Wirkung erwartet, unterschätzt diesen Zeitraum. Was sagt die Wissenschaft? Stoßwellentherapie ist eine der am besten erforschten nicht-invasiven Behandlungsmethoden in der Physiotherapie. Die Evidenzlage ist je nach Indikation unterschiedlich stark: Fersensporn / Plantarfasziitis: Sehr gute Evidenz, mehrere hochwertige Studien zeigen deutliche Überlegenheit gegenüber Placebo Kalkschulter: Sehr gute Evidenz, besonders für fokussierte Stoßwellen; Kalkauflösung in Studien gut dokumentiert Achillessehne: Gute Evidenz, besonders in Kombination mit exzentrischem Training überlegen Tennisellenbogen: Gute Evidenz bei chronischen Fällen, weniger wirksam bei akuten Beschwerden Triggerpunkte: Moderate Evidenz, wirksam als Ergänzung zu manuellen Therapien Wichtig zu wissen: Stoßwellentherapie ist wirksamer bei chronischen Beschwerden (länger als 3 Monate) als bei akuten. Bei frischen Verletzungen ist sie in der Regel nicht indiziert. Stoßwellentherapie in Kombination mit Physiotherapie Stoßwellentherapie ist kein Alleingang. Die besten Ergebnisse zeigen sich in Kombination mit einem strukturierten Belastungsprogramm – denn die Stoßwellen regen zwar das Gewebe zur Regeneration an, aber die Sehnenzellen brauchen mechanische Stimulation, um das neue Kollagen in die richtige Richtung einzubauen. Bei PHYSIO silea verbinden wir Stoßwellentherapie immer mit einer gezielten physiotherapeutischen Begleitung: Achillessehne: Stoßwellen + exzentrisches Wadenheben (Alfredson-Protokoll). Mehr: Achillessehne Schmerzen → Tennisellenbogen: Stoßwellen + exzentrische Unterarmübungen + manuelle Therapie. Mehr: Tennisellenbogen → Fersensporn: Stoßwellen + Plantarfaszien-Dehnung + Schuheinlagen-Beratung Schulter: Stoßwellen + Kräftigung Aussenrotatoren + manuelle Mobilisation. Mehr: Schulterschmerzen → Ergänzend kann je nach Situation Dry Needling → eingesetzt werden – besonders wenn begleitende Muskelverspannungen das Gesamtbild beeinflussen. Wann ist Stoßwellentherapie nicht geeignet? Kontraindikationen Gerinnungsstörungen oder Blutverdünnungstherapie (erhöhtes Blutungsrisiko) Tumor oder Infektionsherd im Behandlungsgebiet Schwangerschaft (kein Einsatz im Bauch- und Beckenbereich) Offene Wunden oder akute Entzündungen im Behandlungsgebiet Wachstumsfugen bei Kindern und Jugendlichen Kortison-Injektion in den letzten 6 Wochen (verminderte Wirksamkeit) Herzschrittmacher (je nach
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