Schmerzen

Triggerpunkte verstehen und selbst behandeln

Ratgeber · Zuletzt aktu­a­li­siert am 26. Oktober 2026 · Fachlich geprüft von Inga Dammann Trigger­punkte sind lokal über­emp­find­li­che Stellen in ver­spann­ten Mus­kel­strängen, die Schmerz in ent­fernte Körper­re­gi­o­nen ausstrah­len können. Ein Trigger­punkt im Trapez­mus­kel kann Kopf­schmer­zen an der Schläfe ver­ur­sa­chen, ein Trigger­punkt im Gesäss Schmerz bis in die Wade. Trigger­punkt­the­ra­pie, Dry Needling und gezielte Eigen­mas­sage können die Beschwer­den lindern. Was Trigger­punkte sind, wie du sie findest und was du selbst tun kannst, steht hier. Das Wich­tigste in Kürze Ein Trigger­punkt ist eine tast­ba­re, dru­ck­emp­find­li­che Stelle in einem ver­spann­ten Mus­kel­strang. Typisch ist, dass der Schmerz beim Drücken in eine andere Region ausstrahlt, etwa vom Nacken in den Kopf. Häufige Auslöser sind ein­sei­tige Haltung, Bewe­gungs­man­gel, Über­las­tung und Stress. Selbst­mas­sage mit Ball oder Rolle kann bei milden Beschwer­den helfen. Bei hartnäckigen Trigger­punk­ten sind manuelle Trigger­punkt­the­ra­pie und Dry Needling wirksam. Inhalt Was sind Trigger­punk­te? Wie ent­ste­hen Trigger­punk­te? Welche Symptome ver­ur­sa­chen Trigger­punk­te? Warum strahlt der Schmerz aus? Die häufigsten Trigger­punkte und ihre Schmer­z­ge­biete Selbst­test: Trigger­punkte finden Wie werden Trigger­punkte behan­delt? Drei Übungen zur Selbst­behand­lung Trigger­punkt­the­ra­pie, Dry Needling oder Massage? Wann zum Arzt? Häufige Fragen zu Trigger­punk­ten Was sind Trigger­punk­te? Ein Trigger­punkt ist ein lokal ver­dich­te­ter, dru­ck­emp­find­li­cher Bereich inner­halb eines Muskels, der bei Druck einen cha­rak­te­ris­ti­schen Übert­ra­gungs­schmerz in eine andere Körper­re­gion auslöst. Fachlich wird er als myo­fas­zi­a­ler Trigger­punkt bezeich­net, weil sowohl Muskel als auch Faszie betei­ligt sind. Das Konzept geht auf die Arbeiten von Janet Travell und David Simons zurück, die in den 1980er­­­Jah­ren sys­te­ma­tisch doku­men­tier­ten, welche Mus­kel­punkte in welche Regionen ausstrah­len. Diese soge­nann­ten Schmerz­mus­ter sind bei den meisten Menschen ähnlich, was die Zuord­nung erleich­tert. Aktive Trigger­punkte ver­ur­sa­chen dau­e­r­haft oder bei bestimm­ten Bewe­gun­gen Schmerz, auch ohne dass man auf sie drückt. Latente Trigger­punkte tun erst weh, wenn gezielt Druck darauf ausgeübt wird, schränken aber die Beweg­lich­keit und die Kraft des Muskels ein. Wie ent­ste­hen Trigger­punk­te? Trigger­punkte ent­ste­hen, wenn ein Muskel über längere Zeit über­las­tet, verkürzt oder in einer ungünstigen Position gehalten wird. Der betrof­fene Bereich kann sich nicht mehr vollständig ent­span­nen. Es bildet sich ein Hart­spann­strang mit einer beson­ders emp­find­li­chen Stelle. Ein­sei­tige Haltung. Langes Sitzen am Bild­schirm mit vorge­zogenen Schul­tern belastet Trapez­mus­kel, Levator scapulae und die kurzen Nacken­muskeln. Über­las­tung. Unge­wohnte körper­li­che Arbeit, ein neues Sport­pro­gramm oder zu schnelle Stei­ge­rung. Bewe­gungs­man­gel. Ein Muskel, der wenig genutzt wird, verliert an Durch­blutung und Elas­ti­zität. Stress. Dau­erstress erhöht die Grund­span­nung in Nacken, Kiefer und Schul­tern. Das begünstigt Trigger­punkte in genau diesen Regi­o­nen. Vor­aus­ge­gan­gene Ver­let­zung. Nach einem Muskel­faser­riss oder einer Zerrung können sich im Nar­ben­ge­webe Trigger­punkte bilden. Gelenk­pro­ble­me. Eine ein­ge­schränkte Schulter oder ein blo­ckier­tes Ilio­sa­kral­ge­lenk führt dazu, dass umlie­gende Muskeln kom­pen­sie­ren und über­las­tet werden. Welche Symptome ver­ur­sa­chen Trigger­punk­te? Trigger­punkte ver­ur­sa­chen nicht nur lokalen Schmerz an der betrof­fe­nen Stelle. Typisch ist der Übert­ra­gungs­schmerz, der in einer anderen Körper­re­gion spürbar ist. Dazu können ein­ge­schränkte Beweg­lich­keit, Kraft­ver­lust und vege­ta­tive Reak­ti­o­nen kommen. Übert­ra­gungs­schmerz. Ein dumpfer, zie­hen­der Schmerz, der beim Drücken auf den Trigger­punkt in einer ent­fern­ten Region auf­tritt. Die betrof­fene Person erkennt diesen Schmerz häufig als den bekann­ten Schmerz wieder. Bewe­gungs­ein­schränkung. Der Muskel lässt sich nicht mehr so weit dehnen wie üblich. Die Stei­fig­keit ist morgens oft stärker. Kraft­ver­lust. Der betrof­fene Muskel wird schnel­ler müde und hält weniger aus als üblich. Vege­ta­tive Begleit­zei­chen. In seltenen Fällen Hautverände­run­gen, lokales Schwit­zen oder Tränen­fluss, wenn Trigger­punkte im Gesichts­be­reich betrof­fen sind. Viele Menschen kennen Trigger­punkte als hartnäckige Ver­span­nun­gen, die trotz Dehnung und Wärme nicht weg­ge­hen. Wenn ein solcher Knoten drückend schmerzt und der Schmerz an einer anderen Stelle spürbar wird, ist ein Trigger­punkt wahr­schein­lich. Warum strahlt der Schmerz aus? Der Übert­ra­gungs­schmerz ent­steht, weil Ner­ven­reize aus dem Muskel im Rückenmark mit Signalen aus anderen Körper­re­gi­o­nen zusam­men­lau­fen. Das Gehirn ordnet den Schmerz dann einer falschen Stelle zu. Dieses Phänomen heisst kon­ver­gente Pro­jek­ti­on. Deshalb suchen viele Menschen den Fehler dort, wo sie den Schmerz spüren, nicht dort, wo er her­kommt. Wer Kopf­schmer­zen an der Schläfe hat, denkt selten an einen Punkt im Nacken. Wer Schmerz an der Aus­sen­seite des Ober­schen­kels spürt, denkt selten an den Gesässmus­kel. Das Muster der Ausstrah­lung ist bei den meisten Menschen ähnlich. Deshalb kann eine erfah­rene The­ra­peu­tin von der Schmerz­re­gion auf den wahr­schein­li­chen Trigger­punkt zurücksch­lies­sen und ihn gezielt suchen. Die häufigsten Trigger­punkte und ihre Schmer­z­ge­biete Bestimmte Muskeln ent­wi­ckeln beson­ders häufig Trigger­punk­te. Die Tabelle zeigt die wich­tigs­ten Stellen, ihre typi­schen Auslöser und wohin der Schmerz ausstrahlt. Muskel Typi­scher Auslöser Schmer­z­ge­biet Trape­zius (oberer Teil) Hoch­ge­zo­gene Schul­tern, Bild­schirm­a­r­beit Schläfe, Hin­ter­kopf, seit­li­cher Nacken Levator scapulae Seit­nei­gung des Kopfes, Tele­fo­nie­ren ohne Headset Nacken, Schul­ter­blat­te­cke Infra­spi­na­tus Arme vorne halten, Com­pu­ter­maus Vordere Schul­ter, Oberarm Gluteus medius Langes Stehen auf einem Bein, Gehen auf unebenem Boden Seit­li­che Hüfte, Gesäss, Kreuz­bein Piri­for­mis Langes Sitzen, Auto­fah­ren Gesäss, Rückseite Ober­schen­kel (is­chias­ar­tig) Masseter (Kau­mus­kel) Zähne­knir­schen, Stress Kie­fer­win­kel, Schläfe, Ohr Stern­oclei­do­mas­to­i­deus Kopf­dre­hung im Schlaf, Zugluft Stirn, Auge, Ohr, Hin­ter­kopf Trigger­punkte im Nacken und in den Kau­mus­keln können Spannungs­kopf­schmer­zen auslösen. Trigger­punkte im Piri­for­mis ähneln einem Piri­for­mis­­­Syn­drom. Die Über­lap­pung ist kein Zufall: Trigger­punkte sind bei vielen dieser Beschwer­de­bil­der mit­be­tei­ligt. Selbst­test: Trigger­punkte finden Du kannst Trigger­punkte in gut zugänglichen Muskeln selbst suchen. Drei Merkmale sprechen für einen Trigger­punkt: ein tast­ba­rer Hart­spann­strang, ein beson­ders dru­ck­emp­find­li­cher Punkt darin und ein ausstrah­len­der Schmerz, der das bekannte Schmerz­mus­ter auslöst. Wähle eine Region, in der du Ver­span­nung spürst, zum Beispiel den oberen Trape­zius zwischen Nacken und Schul­ter. Taste langsam mit Zeige- und Mit­tel­fin­ger quer zum Mus­kel­ver­lauf. Spüre, ob ein Strang fester ist als die Umge­bung. Wenn du einen festen Strang findest, drücke entlang des Strangs mit zuneh­men­dem Druck. Suche den Punkt, an dem der Schmerz am deut­lichs­ten ist. Halte den Druck auf diesem Punkt für zehn Sekun­den. Strahlt der Schmerz in eine andere Region aus, etwa zur Schläfe oder zum Hin­ter­kopf? Erkennst du diesen Schmerz als deinen bekann­ten Schmerz? Prüfe die Gegen­seite zum Ver­gleich. Ein ein­sei­tig deutlich emp­find­li­che­rer Punkt stützt die Ver­mu­tung. Wie­der­hole die Suche an einer zweiten Stelle, etwa zwischen den Schul­terblättern oder an der seit­li­chen Gesässmus­ku­la­tur. Dieser Selbst­test ersetzt keine phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Unter­su­chung. Er hilft dir einzuschätzen, ob Trigger­punkte zu deinen Beschwer­den bei­tra­gen und ob die Selbst­behand­lung unten für dich passt. Wie werden Trigger­punkte behan­delt? Die Behand­lung zielt darauf ab, die Dau­e­r­an­s­pan­nung im betrof­fe­nen Mus­kel­be­reich zu lösen und die Durch­blutung zu ver­bes­sern. Die drei wich­tigs­ten Ver­fah­ren sind manuelle

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Karpaltunnelsyndrom: Symptome, Übungen und Behandlung

Ratgeber · Karpal­tunnel­syn­drom · PHYSIO silea Kribbeln in den Fingern mitten in der Nacht, ein taubes Gefühl beim Velo­fah­ren oder Schmer­zen im Hand­gelenk beim Tippen: Das Karpal­tunnel­syn­drom ist die häufigste Ner­ve­n­eng­pass­-­Er­kran­kung der Hand. In diesem Ratgeber erfährst du, was im Karpal­tunnel pas­siert, wie du die Symptome von einer Sehnen­scheiden­entzündung unter­schei­dest und welche Behand­lung wirklich hilft. Auf einen Blick Beim Karpal­tunnel­syn­drom wird der Nervus medianus im Hand­gelenk ein­ge­klemmt. Leit­sym­pto­me: nächt­li­ches Kribbeln und Taubheit in Daumen, Zeige- und Mit­tel­fin­ger. Eine Schiene nachts und Ner­ven­gleitübungen sind die wich­tigs­ten konser­vativen Mass­nah­men. In frühen Stadien kann Physio­therapie die Beschwer­den deutlich redu­zie­ren. Wenn kon­ser­va­tive Therapie nicht aus­reicht, bringt eine Ope­ra­tion in den meisten Fällen dau­e­r­hafte Bes­se­rung. Inhalts­ver­zeich­nis Was ist das Karpal­tunnel­syn­drom? Symptome Ursachen und Risi­ko­fak­to­ren Ver­gleich: Karpal­tunnel, Seh­nen­scheide oder Mausarm? Selbst­test Diagnose Behand­lung und Physio­therapie Übungen und Ner­ven­glei­ten Schiene: worauf es ankommt Wann eine Ope­ra­tion sinnvoll ist Häufige Fragen Was ist das Karpal­tunnel­syn­drom? Der Karpal­tunnel ist ein enger Kanal an der Hand­ge­len­kin­nen­sei­te, begrenzt durch Hand­wur­zel­kno­chen und ein festes Band (Re­ti­nacu­lum fle­x­orum). Durch diesen Kanal ver­lau­fen neun Beuge­sehnen und der Nervus media­nus, der für das Gefühl in Daumen, Zeige-, Mittel- und der Hälfte des Ring­fin­gers zuständig ist. Wird der Platz im Tunnel zu eng, gerät der Nerv unter Druck. Er reagiert zuerst mit Krib­beln, dann mit Taub­heit. Bleibt der Druck über Monate beste­hen, kann der Nerv dau­e­r­haft geschädigt werden und die Daumen­muskulatur schwächt sich ab. Die gute Nach­richt: In frühen Stadien lässt sich das Karpal­tunnel­syn­drom sehr gut kon­ser­va­tiv behandeln. Je früher du han­delst, desto besser die Pro­gno­se. Symptome Die Beschwer­den beginnen fast immer schlei­chend und zeigen ein typi­sches Muster: Nächt­li­ches Krib­beln: Das früheste und häufigste Symptom. Du wachst nachts auf, weil deine Finger kribbeln oder sich taub anfühlen. Schütteln der Hand bringt kurz­zei­tig Erleich­te­rung. Taubheit in bestimm­ten Fingern: Betrof­fen sind Daumen, Zei­ge­fin­ger, Mit­tel­fin­ger und die Dau­men­seite des Ring­fin­gers. Der kleine Finger bleibt frei, weil er von einem anderen Nerv versorgt wird. Schmer­zen im Hand­gelenk: Ein dumpfer oder bren­nen­der Schmerz, der in die Hand oder den Unterarm ausstrah­len kann. Greif­schwäche: Im fort­ge­schrit­te­nen Stadium fällt es schwer, kleine Gegenstände wie Knöpfe oder Münzen zu greifen. Muskel­schwund am Daumen: Im Spätstadium wird der Daumen­ballen flacher (The­n­a­rat­ro­phie). Dieses Zeichen ist ein Alarm­si­gnal. Wann sofort zum Arzt Wenn Taubheit dau­e­r­haft bestehen bleibt, der Daumen­ballen sichtbar dünner wird oder du Gegenstände häufig fallen lässt, solltest du zeitnah eine Abklärung ver­an­las­sen. In diesen Fällen kann eine verzögerte Behand­lung zu blei­ben­dem Nerven­schaden führen. Ursachen und Risi­ko­fak­to­ren In vielen Fällen gibt es keinen ein­zel­nen Auslöser, sondern ein Zusam­men­spiel mehrerer Fak­to­ren, die den Karpal­tunnel ver­en­gen: Ana­to­mie: Manche Menschen haben von Natur aus einen engen Karpal­tunnel. Frauen sind häufiger betrof­fen als Männer, ver­mut­lich wegen des schma­le­ren Hand­gelenks. Repe­ti­tive Hand­be­we­gun­gen: Langes Tippen, Maus­a­r­beit, Fliess­band­a­r­beit oder Musi­zie­ren belasten die Beuge­sehnen, die dann anschwel­len und den Nerv ein­en­gen. Schwan­ger­schaft: Hor­mon­be­dingte Was­se­rein­la­ge­run­gen können den Druck im Karpal­tunnel vorüber­ge­hend erhöhen. Die Beschwer­den bilden sich nach der Geburt meist von selbst zurück. Stoff­wech­se­l­er­kran­kun­gen: Dia­be­tes, Schilddrüsen­un­ter­funk­tion und Rheuma erhöhen das Risiko. Vor­an­ge­gan­gene Ver­let­zung: Ein Hand­gelenk­bruch oder eine Schwel­lung nach einer Verstauchung kann den Tunnel ver­en­gen. Ungünstige Hand­po­si­ti­on: Ein stark abge­win­kel­tes Hand­gelenk beim Schla­fen, Velo­fah­ren oder Arbeiten erhöht den Druck auf den Nerv. Ver­gleich: Karpal­tunnel, Seh­nen­scheide oder Mausarm? Beschwer­den an Hand und Hand­gelenk werden oft ver­wech­selt. Die folgende Tabelle hilft bei der Unter­schei­dung: Merkmal Karpal­tunnel­syndrom Sehnen­scheiden­entzündung Mausarm Haupt­sym­ptom Krib­beln, Taubheit in den Fingern Schmerz bei Bewegung entlang der Sehne Diffuser Schmerz Unterarm bis Hand Schmer­zort Hand­gelenk­innen­sei­te, Finger Hand­gelenk­rücken oder Daumen­seite Ganzer Unter­arm, wech­selnd Wann am schlimms­ten Nachts und morgens Bei Bewegung und Belastung Gegen Arbeits­ende Typi­sches Zeichen Kleiner Finger frei Kre­pi­ta­tion (Knir­schen) Keine Schwel­lung, keine Taubheit Verwechs­lung mit HWS-­Syn­drom, Tho­ra­cic­-­Out­let Karpal­tunnel, Tennis­ellen­bo­gen Karpal­tunnel, Sehnen­scheide Selbst­test: Karpal­tunnel­syn­drom prüfen Mit zwei kli­ni­schen Tests kannst du einschätzen, ob deine Beschwer­den vom Karpal­tunnel kommen. Sie ersetzen keine ärztliche Unter­su­chung. Test 1: Pha­len­-­Test Halt beide Hand­gelenke 60 Sekunden lang in maxi­ma­ler Beugung (Handflächen zuein­an­der, Fingerrücken berühren sich). Wenn inner­halb dieser Zeit Kribbeln oder Taubheit in Daumen, Zeige- oder Mit­tel­fin­ger auf­tre­ten, ist der Test positiv. Test 2: Hoff­mann­-­Ti­nel­-­Zei­chen Klopf leicht mit der Fin­ger­kuppe auf die Hand­ge­len­kin­nen­sei­te, direkt über der Hand­gelenk­fal­te. Wenn ein elek­tri­sie­ren­des Kribbeln in die Finger ausstrahlt, deutet das auf einen gereiz­ten Nerv im Karpal­tunnel. Ergebnis ein­ord­nen Wenn beide Tests Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mit­tel­fin­ger auslösen, spricht das deutlich für ein Karpal­tunnel­syn­drom. Schmerz ohne Kribbeln oder Taubheit passt eher zu einer Sehnen­scheiden­entzündung. Beschwer­den am kleinen Finger deuten auf eine andere Eng­stelle (Loge de Guyon). Diagnose Die kli­ni­sche Unter­su­chung mit Pha­len­-­Test, Tinel­-­Zei­chen und Sen­si­bi­litätsprüfung der Finger gibt bereits eine gute Einschätzung. Der Gold­s­tan­dard für die Diagnose ist die Nervenleit­geschwindigkeits­mes­sung (Elek­tro­neu­ro­gra­phie). Sie zeigt objek­tiv, ob und wie stark der Nerv ver­lang­samt leitet. Ultra­schall zeigt eine Ver­di­ckung des Nervs vor dem Karpal­tunnel und kann Raum­forderungen wie Ganglien aus­sch­lies­sen. Ein MRT ist nur selten nötig. Die Ein­tei­lung erfolgt in drei Stadien: leicht (nur nächt­li­ches Krib­beln, normale Nervenleit­geschwindigkeit), mittel (Taub­heit tagsüber, ver­lang­samte Leit­ge­schwin­dig­keit) und schwer (dau­e­r­haf­ter Gefühls­ver­lust, Muskel­schwund am Daumen­ballen). Behand­lung und Physio­therapie In leichten bis mitt­le­ren Stadien ist kon­ser­va­tive Therapie der erste Schritt. Ziel ist es, den Druck auf den Nerv zu senken und das Gleiten des Nervs zu ver­bes­sern. Kon­ser­va­tive Mass­nah­men Nacht­schie­ne: Eine Hand­gelenk­schiene in Neu­tral­po­si­tion ver­hin­dert die Beugung im Schlaf und ent­las­tet den Nerv. Viele Pati­en­ten spüren bereits nach wenigen Nächten eine Ver­bes­se­rung. Ner­ven­gleitübungen: Gezielte Übungen, die den Nervus medianus durch den Karpal­tunnel gleiten lassen und Ver­kle­bun­gen lösen. Manuelle Therapie: Mobi­li­sa­tion der Hand­wur­zel­kno­chen, um den Raum im Tunnel zu ver­bes­sern. Behand­lung der Hals­wir­belsäule, weil der Nerv dort seinen Ursprung hat. Dry Needling: Zur Lösung von Trig­ger­punk­ten in den Unterarm­muskeln, die zusätzlichen Druck auf den Nerv ausüben können. Ergo­no­mie: Hand­ge­len­kauf­lage bei Maus­a­r­beit, ergo­nomische Tas­ta­tur, Velo­griffe anpas­sen, Pausen ein­pla­nen. Kine­sio­-­Ta­ping: Kann als Ergänzung die Hand­gelenk­po­si­tion unterstützen. Der Nerv kommt nicht nur aus dem Hand­gelenk Ein oft über­se­he­ner Aspekt: Der Nervus medianus verläuft von der Hals­wir­belsäule durch den Schul­tergürtel, den Oberarm und den Unterarm bis in die Hand. Er kann an mehreren Stellen entlang dieses Weges ein­ge­engt werden. Deshalb unter­su­chen wir bei PHYSIO silea immer auch die Hals­wir­belsäule und den gesamten Nerven­verlauf, nicht nur das Hand­gelenk. Pra­xis­-­Tipp Bei PHYSIO silea kom­bi­nie­ren wir Ner­ven­gleitübungen mit

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Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis): Ursachen, Symptome und Behandlung

Ratgeber · Sehnen­scheiden­entzündung · PHYSIO silea Schmer­zen am Hand­gelenk beim Tippen, ein ste­chen­der Zug im Daumen beim Greifen oder ein Knir­schen entlang der Sehne: Eine Sehnen­scheiden­entzündung gehört zu den häufigsten Beschwer­den, die wir in der Physio­therapie bei PHYSIO silea am Stei­nen­gra­ben in Basel sehen. Dieser Ratgeber erklärt dir, was in der Seh­nen­scheide pas­siert, welche Formen es gibt und welche Behand­lung wirklich hilft. Auf einen Blick Eine Sehnen­scheiden­entzündung (Tendo­vaginitis) ist eine Reizung der Sehnen­scheide, meistens am Hand­gelenk, Daumen oder den Fingern. Typische Auslöser sind wie­der­holte Hand­be­we­gun­gen: Tippen, Maus­a­r­beit, Hand­werk, Sport oder Smart­pho­ne­-­Nut­zung. Leit­sym­pto­me: Schmerz bei Bewe­gung, Schwel­lung entlang der Sehne und manchmal ein spürbares Knir­schen (Kre­pi­ta­ti­o­n). Die wich­tigs­ten Bau­steine sind Ent­las­tung, eine Schiene in der Akut­phase und ansch­lies­send geziel­tes Trai­ning. Die meisten Fälle bessern sich inner­halb von vier bis acht Wochen konser­vativer The­ra­pie. Inhalts­ver­zeich­nis Was ist eine Sehnen­scheiden­entzündung? Ursachen und Risi­ko­fak­to­ren Symptome Formen im Ver­gleich Selbst­test Diagnose Behand­lung und Physio­therapie Übungen für zu Hause Kühlen oder Wärmen? Dauer und Prognose Häufige Fragen Was ist eine Sehnen­scheiden­entzündung? Sehnen gleiten durch enge Kanäle, die von einer dünnen Hülle umgeben sind: der Sehnen­scheide. Diese Hülle enthält eine Gleitflüssig­keit, die für rei­bungs­lose Bewegung sorgt. Wird die Sehne über­las­tet, schwillt die Seh­nen­scheide an, pro­du­ziert vermehrt Flüssigkeit und wird eng. Die Sehne reibt jetzt bei jeder Bewe­gung, was Schmerz und manchmal ein hör- oder spürbares Knir­schen ver­ur­sacht. Der Fach­be­griff lautet Tendo­vaginitis. Am häufigsten sind die Sehnen­scheiden am Hand­gelenk, am Daumen (Tendo­vaginitis de Quer­vain) und an den Finger­beugesehnen (Schnapp­finger) betrof­fen. Seltener tritt sie am Fuss, am Unterarm oder an der Achil­les­sehne auf. Die Sehnen­scheiden­entzündung wird oft zusammen mit ver­wand­ten Beschwer­den wie dem Mausarm oder dem Ten­nis­el­len­bo­gen gesehen, weil ähnliche Belastungs­mus­ter dahin­ter­ste­cken. Ursachen und Risi­ko­fak­to­ren Die mit Abstand häufigste Ursache ist die mecha­ni­sche Über­las­tung durch repe­ti­tive Bewe­gun­gen. Die Seh­nen­scheide wird schnel­ler gereizt, als sie sich anpassen kann. Häufige Auslöser Büroa­r­beit: Langes Tippen und Maus­a­r­beit, beson­ders mit abge­win­kel­tem Hand­gelenk oder ver­krampf­tem Griff. Smart­pho­ne­-­Nut­zung: Dau­e­r­haf­tes Wischen und Tippen mit dem Daumen ist ein zuneh­mend häufiger Auslöser für die De-­Quer­vain­-­Form. Handwerk und Gar­te­n­a­r­beit: Wie­der­hol­tes Greifen, Schrau­ben, Hämmern oder Schnei­den. Sport: Klet­tern, Tennis, Rudern, Kraft­trai­ning mit engem Griff. Musi­zie­ren: Klavier, Gitarre, Geige, beson­ders bei langen Übungs­ein­hei­ten ohne Pause. Weitere Risi­ko­fak­to­ren Hor­mo­nelle Verände­run­gen: Frauen in Schwan­ger­schaft, Still­zeit oder in den Wechsel­jahren sind häufiger betrof­fen, ver­mut­lich wegen hor­mon­be­ding­ter Gewe­be­verände­run­gen. Diabetes und Schilddrüsener­kran­kun­gen: Erhöhen das Risiko für Sehnen­scheiden­pro­ble­me. Vor­an­ge­gan­gene Ver­let­zung: Eine Fraktur oder Verstauchung am Hand­gelenk kann die Sehnenführung verändern und die Reibung erhöhen. Symptome Die Symptome ent­wi­ckeln sich typi­scher­weise schlei­chend über Tage bis Wochen: Schmerz bei Bewe­gung: Zie­hen­der oder ste­chen­der Schmerz entlang der betrof­fe­nen Sehne, der bei Belastung zunimmt und in Ruhe nachlässt. Schwel­lung: Sicht­bare oder tastbare Ver­di­ckung entlang der Sehnen­scheide, beson­ders am Hand­gelenk oder Daumen. Kre­pi­ta­ti­on: Ein spürbares oder hörbares Knir­schen bei Bewegung der Sehne. Morgen­steifigkeit: Die Finger oder das Hand­gelenk sind morgens beson­ders steif, lösen sich nach einigen Minuten Bewe­gung. Greif­schwäche: Kraft­vol­les Zugrei­fen oder Dreh­be­we­gun­gen (Flasche öffnen, Wasch­lap­pen aus­wrin­gen) sind schmerz­haft. Gut zu wissen Wenn ein Finger beim Beugen ein­ras­tet und erst mit einem spürbaren Schnap­pen zurückspringt, handelt es sich um einen Schnapp­finger (Tendo­vaginitis ste­nos­ans). Das ist eine Son­der­form, bei der die Seh­nen­scheide so eng wird, dass die ver­dickte Sehne nicht mehr frei gleiten kann. Formen im Ver­gleich Nicht jede Sehnen­scheiden­entzündung ist gleich. Die drei häufigsten Formen unter­schei­den sich in Lage, Auslöser und Verlauf: Merkmal Hand­gelenk De Quervain (Daumen) Schnapp­finger Schmer­zort Hand­gelenk­rücken oder Daumen­seite Daumen­seitige Hand­gelenks­kante Hand­fläche am Finger­grund­gelenk Typi­scher Auslöser Tippen, Maus­arbeit, Hand­werk Daumen­bewe­gung, Smart­phone, Baby tragen Repe­ti­ti­ves Greifen, Dia­be­tes, Alter Typi­sches Zeichen Kre­pi­ta­tion beim Bewegen Fin­kel­stein­-­Test positiv Finger rastet ein und schnappt Schiene sinn­voll? Ja (Hand­gelenk­schiene) Ja (Daumen­schiene) Manchmal (Finger­schiene nachts) Verwechs­lung mit Karpal­tunnel, Mausarm Daumen­sattel­gelenk­arthrose Rheuma­knoten, Dupuy­tren Selbst­test: Seh­nen­scheide prüfen Mit zwei ein­fa­chen Tests kannst du einschätzen, ob deine Beschwer­den von der Seh­nen­scheide kommen. Sie ersetzen keine ärztliche Dia­gno­se. Test 1: Druck­schmerz entlang der Sehne Tast mit dem Finger die schmerz­hafte Stelle ab: am Hand­gelenkrücken, an der Dau­men­seite oder in der Handfläche am Finger­grundgelenk. Wenn du einen längli­chen, druck­schmerz­haf­ten Strang spürst, der sich bei Fin­ger­be­we­gung mit­be­wegt, spricht das für eine Seh­nen­scheide als Ursache. Test 2: Fin­kel­stein­-­Test (bei Dau­men­be­schwer­den) Leg den Daumen in die Handfläche und schliess die Faust darum. Beug nun das Hand­gelenk langsam Richtung Kleinfinger­seite. Ein scharfer Schmerz an der dau­men­sei­ti­gen Hand­gelenks­kante ist typisch für eine Tendo­vaginitis de Quer­vain. Ergebnis ein­ord­nen Druck­schmerz entlang der Sehne plus Schmerz bei Bewegung spricht für eine Sehnen­scheiden­entzündung. Kribbeln oder Taubheit in den Fingern deuten eher auf ein Kar­pal­tun­nel­syn­drom. Schmerz an der Ellen­bo­ge­n­aus­sen­seite passt besser zum Ten­nis­el­len­bo­gen. Diagnose Die Diagnose wird klinisch gestellt: Die typische Anamnese (re­pe­ti­tive Hand­be­we­gung), der Tast­be­fund (Druck­schmerz und Schwel­lung entlang der Sehne) und spe­zi­fi­sche Tests (Fin­kel­stein­-­Test für De Quer­vain) reichen in der Regel aus. Ultra­schall zeigt die Ver­di­ckung der Seh­nen­scheide und Flüssig­keits­an­samm­lun­gen. Ein Röntgen ist nur nötig, wenn eine Arthrose (be­son­ders am Daumensattel­gelenk) aus­ge­schlos­sen werden muss. Ein MRT wird selten benötigt. Behand­lung und Physio­therapie Die Behand­lung folgt einem Stu­fen­prin­zip: Zuerst die Reizung beru­hi­gen, dann die Sehne schritt­weise wieder belasten und die Ursache beheben. Phase 1: Reiz­lin­de­rung (Wochen 1 bis 3) Schiene: Eine Hand­gelenk- oder Dau­men­schiene ruhig­stellt die betrof­fene Sehne und redu­ziert die Reibung. Sie wird vor allem nachts und bei belas­ten­den Tätig­kei­ten getra­gen. Kühlung: 15 bis 20 Minuten mehrmals täglich in der Akut­pha­se. Arbeits­platz­an­pas­sung: Ergo­no­mi­sche Maus, Hand­ge­len­kauf­la­ge, häufigere Pausen, Smart­pho­ne­-­Nut­zung redu­zie­ren. Entzündungs­hem­mung: Entzündungs­hem­mende Salben oder kurz­zei­tig Tablet­ten nach ärzt­li­cher Abspra­che. Phase 2: Mobi­li­sa­tion und Training (ab Woche 3 bis 4) Manuelle Therapie: Mobi­li­sa­tion des Hand­gelenks und der Fin­ger­ge­len­ke, Weichteil­techniken entlang der Sehnen­scheide. Seh­nengleitübungen: Sanftes Gleiten der Sehne durch die Sehnen­scheide, um Ver­kle­bun­gen zu lösen und die Gleitfähigkeit zu ver­bes­sern. Exzen­tri­sches Trai­ning: Lang­sa­mes, kon­trol­lier­tes Nach­las­sen gegen Wider­stand, um die Sehne wieder auf­zu­bau­en. Dehnung: Vor­sich­tige Dehnung der Unterarm­muskulatur und der Finger­beuger. Dry Needling: Zur Lösung von Trig­ger­punk­ten in den Unterarm­muskeln, die die Sehnen­spannung erhöhen. Kine­sio­-­Ta­ping: Kann die Sehne ent­las­ten und die Heilung unterstützen. Wann weitere Mass­nah­men nötig sind Wenn kon­ser­va­tive Therapie über sechs bis acht Wochen keine Bes­se­rung bringt, kann eine Kortison­-­In­jek­tion in die Seh­nen­scheide erwägt werden. Sie ist beson­ders beim Schnapp­finger und bei De Quervain oft wirksam. Bei chro­ni­schen Fällen, die auf keine Therapie anspre­chen, kann ein kleiner Eingriff (Spal­tung

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Schleimbeutelentzündung (Bursitis): Ursachen, Symptome und Therapie

Ratgeber · Schleim­beutel­entzündung · PHYSIO silea Ein heisser, geschwol­le­ner Knöchel am Ellen­bogen, ste­chen­der Schmerz beim Knien oder eine Hüfte, die nachts auf der Seite brennt: Hinter all diesen Beschwer­den kann eine Schleim­beutel­entzündung stecken. In der Physio­therapie bei PHYSIO silea am Stei­nen­gra­ben in Basel sehen wir Bursitis an Knie, Schul­ter, Hüfte und Ellen­bogen regelmässig. Dieser Ratgeber erklärt dir, was ein Schleim­beutel überhaupt ist, woran du eine Entzündung erkennst und was wirklich hilft. Auf einen Blick Schleim­beutel (Bursae) sind flache, mit Flüssigkeit gefüllte Polster, die zwischen Knochen, Sehnen und Haut für rei­bungs­lo­ses Gleiten sorgen. Eine Schleim­beutel­entzündung (Bur­si­tis) entsteht meist durch Druck, Reibung oder Über­las­tung, seltener durch Infek­ti­on. Typische Stellen: Knie (Bur­si­tis prae­pa­tel­la­ris), Schulter (Bur­si­tis sub­a­cro­mi­a­lis), Hüfte (Bur­si­tis tro­chan­te­ri­ca) und Ellen­bogen (Bur­si­tis ole­cra­ni). Die meisten Fälle heilen mit Ent­las­tung, Kühlung und geziel­ter Physio­therapie inner­halb weniger Wochen ab. Rötung, starke Überwärmung und Fieber sprechen für eine bak­te­ri­elle Bur­si­tis, die ärztlich behan­delt werden muss. Inhalts­ver­zeich­nis Was ist eine Schleim­beutel­entzündung? Ursachen und Risi­ko­fak­to­ren Sym­pto­me: Woran du eine Bursitis erkennst Schleim­beutel­entzündung nach Gelenk Diagnose Selbst­test: Bursitis oder etwas anderes? Behand­lung und Physio­therapie Kühlen oder Wärmen? Dauer und Prognose Häufige Fragen Was ist eine Schleim­beutel­entzündung? Im Körper gibt es über 150 Schleim­beutel. Diese kleinen, flachen Polster liegen überall dort, wo Gewebe anein­an­der gleiten muss: zwischen Knochen und Sehne, zwischen Sehne und Haut oder zwischen Muskel und Knochen. Sie sind mit einer geringen Menge Gelenkflüssigkeit gefüllt und ver­hin­dern, dass bei jeder Bewegung Reibung ent­steht. Wird ein Schleim­beutel gereizt, reagiert er mit Entzündung: Er schwillt an, pro­du­ziert vermehrt Flüssigkeit und wird dru­ck­emp­find­lich. Diesen Zustand nennt man Bur­si­tis, die all­tags­sprach­li­che Schleim­beutel­entzündung. Sie kann an prak­tisch jedem Gelenk auf­tre­ten, beson­ders häufig aber am Knie, an der Schul­ter, an der Hüfte und am Ellen­bogen. Ursachen und Risi­ko­fak­to­ren Die häufigste Ursache ist chro­ni­scher Druck oder wie­der­holte Reibung auf den Schleim­beutel. Daneben gibt es sel­te­ne­re, aber wichtige Auslöser. Mecha­ni­sche Über­las­tung Dau­er­druck: Langes Knien (Flie­sen­le­ger, Gar­te­n­a­r­beit), Aufstützen auf den Ellen­bogen (Stu­die­ren, Büroa­r­beit), Druck durch enge Schuhe auf die Ferse. Repe­ti­tive Bewe­gung: Wie­der­hol­tes Über­kopf­a­r­b­ei­ten bei der Schul­ter, häufiges Trep­pen­stei­gen bei der Hüfte, Laufen auf hartem Unter­grund. Akuter Stoss: Ein Sturz direkt auf Knie oder Ellen­bogen kann den Schleim­beutel sofort reizen. Weitere Auslöser Infek­tion (sep­ti­sche Bur­si­tis): Bak­te­rien gelangen über kleine Haut­verletzungen in den Schleim­beutel, beson­ders häufig am Ellen­bogen und am Knie. Eine sep­ti­sche Bursitis ist ein Notfall. Entzündliche Grun­der­kran­kung: Rheu­ma­to­ide Arthri­tis oder Gicht können eine Bursitis begünstigen. Benach­barte Seh­nen­pro­ble­me: Ein Schul­te­rim­pinge­ment reizt oft gleich­zei­tig den sub­a­kro­mi­a­len Schleim­beutel. Ein Ten­nis­el­len­bo­gen kann die Bursa am Ellen­bogen mit­be­las­ten. Gut zu wissen Nicht jede Schwel­lung über einem Gelenk ist eine Bur­si­tis. Am Knie kann eine Baker­zyste ähnlich aus­se­hen, am Ellen­bogen ein Gan­gli­on. Deshalb ist die kli­ni­sche Unter­su­chung wichtig. Sym­pto­me: Woran du eine Bursitis erkennst Eine Schleim­beutel­entzündung zeigt je nach Lage etwas unter­schied­li­che Sym­pto­me, aber das Grund­mus­ter ist ähnlich: Lokale Schwel­lung: Am Ellen­bogen und am Knie oft sichtbar und tastbar wie ein weiches, flüssig­keits­gefülltes Kissen. An Schulter und Hüfte liegt der Schleim­beutel tiefer und ist von aussen nicht sicht­bar. Druck­schmerz: Schmerz bei direktem Druck auf die betrof­fene Stelle (Aufstützen, Knien, Sei­ten­lie­gen). Bewe­gungs­schmerz: Schmerz bei Bewe­gun­gen, die den Schleim­beutel kom­pri­mie­ren oder dehnen. Überwärmung und Rötung: Vor allem bei oberflächlichen Schleim­beuteln (Knie, Ellen­bogen) und bei bak­te­ri­el­ler Ursache. Wann sofort zum Arzt? Starke Rötung, deut­li­che Überwärmung, Fieber oder ein all­ge­mei­nes Krank­heits­gefühl deuten auf eine bak­te­ri­elle (sep­ti­sche) Bur­si­tis. Diese muss ärztlich behan­delt werden, oft mit Anti­bi­o­tika und gege­be­nen­falls Punk­ti­on. Schleim­beutel­entzündung nach Gelenk Die vier häufigsten Formen im Ver­gleich: Merkmal Knie Schulter Hüfte Ellen­bogen Fachname Bursitis prae­pa­tel­laris Bursitis subacro­mialis Bursitis trochan­terica Bursitis olecrani Typi­scher Auslöser Langes Knien, Sturz Überkopf­arbeit, Impinge­ment Seiten­liegen, Laufen Auf­stützen, Sturz Schwel­lung sicht­bar? Ja, vor Kniescheibe Nein (tiefe Lage) Nein (tiefe Lage) Ja, Ellen­bogen­spitze Haupt­beschwerde Schmerz beim Knien Schmerz beim seitl. Armheben Nacht­schmerz in Seiten­lage Druck­schmerz beim Auf­stützen Verwechs­lung mit Meniskus­riss, Patella­sehne Impinge­ment, Frozen Shoulder Hüft­arthro­se, Gluteal­sehne Tennis­ellen­bogen, Gicht Schleim­beutel­entzündung am Knie Die häufigste Form am Knie ist die Bursitis prae­pa­tel­la­ris: Der Schleim­beutel vor der Kniescheibe schwillt an und bildet ein weiches, gut tast­ba­res Polster. Sie trifft beson­ders Men­schen, die beruf­lich viel knien. Eine zweite Form, die Bursitis infra­pa­tel­la­ris, betrifft den Schleim­beutel unter­halb der Kniescheibe und wird gele­gent­lich mit einem Patel­la­spit­zen­syn­drom ver­wech­selt. Beide Formen sprechen gut auf Druck­ent­las­tung und Physio­therapie an. Schleim­beutel­entzündung an der Schulter An der Schulter liegt der sub­a­kro­mi­ale Schleim­beutel zwischen Schulter­dach und Rotatoren­manschette. Er entzündet sich häufig zusammen mit einem Schul­te­rim­pinge­ment, weil er bei jeder Arm­be­we­gung über Schul­terhöhe kom­pri­miert wird. Der Schmerz ist seitlich an der Schulter spürbar und verstärkt sich beim seit­li­chen Anheben des Arms zwischen 60 und 120 Grad (schmerz­haf­ter Bogen). Schleim­beutel­entzündung an der Hüfte Die Bursitis tro­chan­te­rica betrifft den Schleim­beutel am grossen Rollhügel (Trochanter major) an der Hüftaus­sen­sei­te. Typisch sind Schmer­zen beim Liegen auf der betrof­fe­nen Seite, beim Trep­pen­stei­gen und bei längeren Geh­stre­cken. Läufe­rin­nen und Läufer sind häufig betrof­fen, ebenso Menschen mit einem etwas brei­te­ren Becken oder einer Becken­schiefstellung. Neuere Studien zeigen, dass in vielen Fällen nicht nur der Schleim­beutel, sondern auch die Glu­teal­seh­nen betrof­fen sind (Gluteal­tendino­pathie), was die Therapie beein­flusst. Schleim­beutel­entzündung am Ellen­bogen Die Bursitis olecrani zeigt sich als deutlich sicht­ba­re, weiche Schwel­lung an der Ellen­bogen­spit­ze. Sie entsteht durch chro­ni­sches Aufstützen (Stu­den­ten­-­El­len­bo­gen) oder durch einen Sturz. Da der Schleim­beutel direkt unter der Haut liegt, ist hier eine bak­te­ri­elle Infek­tion häufiger als an anderen Stellen. Diagnose Die Diagnose einer Schleim­beutel­entzündung erfolgt in der Regel kli­nisch: Die typische Schwel­lung, der Druck­schmerz und die Anamnese (Was hast du in den letzten Tagen gemacht?) reichen meist aus. Ein Ultra­schall kann die Flüssig­keits­an­samm­lung im Schleim­beutel bestätigen und hilft, andere Ursachen wie einen Menis­kus­riss oder eine Seh­nen­veränderung aus­zu­sch­lies­sen. Bei Verdacht auf eine bak­te­ri­elle Bursitis wird der Schleim­beutel punk­tiert und die Flüssigkeit im Labor unter­sucht. Ein Röntgen ist nur nötig, wenn eine knö­cherne Ursache (Kal­k­abla­ge­rung, Fraktur) vermutet wird. Selbst­test: Bursitis oder etwas anderes? Mit drei Schrit­ten kannst du prüfen, ob deine Beschwer­den zu einer Schleim­beutel­entzündung passen. Der Test ersetzt keine ärztliche Dia­gno­se. Schritt 1: Schwel­lung prüfen Ver­glei­che die betrof­fene Stelle mit der Gegen­sei­te. Eine Bursitis am Knie oder Ellen­bogen zeigt fast immer eine sicht­ba­re, weiche Schwel­lung, die sich wie ein kleines Wasser­polster anfühlt. An Schulter und Hüfte fehlt die sicht­bare Schwel­lung, weil der Schleim­beutel

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Patellaspitze (Jumper’s Knee): Übungen und Therapie

Ratgeber · Patella­spitzen­syndrom · PHYSIO silea Wenn der Bereich direkt unter­halb der Kniescheibe bei jedem Trep­pen­stei­gen, Springen oder Auf­ste­hen schmerzt, steckt häufig ein Patella­spitzen­syndrom dahin­ter. In der Physio­therapie bei PHYSIO silea am Stei­nen­gra­ben in Basel sehen wir dieses Bild vor allem bei Sport­le­rin­nen und Sport­lern mit hoher Sprung­be­las­tung, aber auch bei All­tags­men­schen, die nach einer Phase der Inak­ti­vität plötzlich mehr belas­ten. Dieser Ratgeber erklärt dir, was bei der Patel­la­sehne pas­siert, wie du ein Patella­spitzen­syndrom selbst einschätzt und welche Übungen die For­schung emp­fiehlt. Auf einen Blick Patella­spitzen­syndrom (Jumper’s Knee) ist eine Über­las­tung der Patel­la­sehne direkt am unteren Knieschei­ben­pol. Leit­sym­ptom ist ein belas­tungs­abhängiger, punk­tu­el­ler Schmerz unter­halb der Knieschei­be, oft beim Sprin­gen, Trep­pen­stei­gen oder langen Sitzen. Haupt­bau­stein der Therapie ist ein dosier­tes, schritt­weise gestei­ger­tes Kraft­training der Bein­stre­cker. Eine vollständige Schonung ist kon­tra­pro­duk­tiv, eine ange­passte Belastung hingegen förder­lich. Pro­gno­se: Mit kon­se­quen­tem Training bessern sich die meisten Fälle inner­halb von drei bis sechs Monaten deut­lich. Inhalts­ver­zeich­nis Was ist ein Patella­spitzen­syndrom? Ursachen und Risi­ko­fak­to­ren Symptome und Stadien Selbst­test: Patel­la­sehne prüfen Diagnose Abgren­zung zu anderen Knie­beschwer­den Behand­lung und Physio­therapie Übungen für zu Hause Tapen bei Patella­spitzen­syndrom Prognose und Heilungs­dauer Häufige Fragen Was ist ein Patella­spitzen­syndrom? Das Patella­spitzen­syndrom, in der Sport­medizin als Jumper’s Knee bekannt, ist eine Über­las­tung der Patella­sehne. Diese Sehne ver­bin­det die Kniescheibe (Pa­tel­la) mit dem Schie­n­bein und überträgt die Kraft des Ober­schenkel­mus­kels auf den Unter­schenkel. Die grösste mecha­ni­sche Belastung entsteht am unteren Pol der Knieschei­be, also genau dort, wo die Sehne ansetzt und wo die Beschwer­den typi­scher­weise auf­tre­ten. Der medi­zi­ni­sche Fach­be­griff lautet Patella­tendino­pathie. Anders als früher ange­nom­men, handelt es sich nicht um eine klas­si­sche Entzündung (Pa­tel­la­seh­nen­entzündung), sondern um eine fehl­an­ge­passte Gewe­be­re­ak­ti­on: Die Kol­la­gen­struk­tur der Sehne verändert sich, einzelne Fasern werden unge­ord­net und ver­lie­ren an Belast­bar­keit. Diese Unter­schei­dung ist wichtig, weil sie erklärt, warum entzündungs­hem­mende Mass­nah­men allein oft nicht aus­rei­chen und das Training der Sehne so eine zentrale Rolle spielt. Ursachen und Risi­ko­fak­to­ren Die Ursache eines Patella­spitzen­syndroms ist fast immer eine Dis­kre­panz zwischen Belastung und Belast­bar­keit der Sehne. Konkret heisst das: Die Patel­la­sehne wird über einen Zeitraum stärker bean­sprucht, als sie sich anpassen kann. Häufige Auslöser Sprungs­port­ar­ten: Vol­ley­ball, Bas­ket­ball, Handball und Weit­sprung belasten die Patel­la­sehne beson­ders stark. Der Name Jumper’s Knee kommt nicht von ungefähr. Lauf­sport: Vor allem Bergaufläufe, Intervall­training und plötzlich gestei­ger­tes Pensum. Oft in Kom­bi­na­tion mit einem Läuferknie ver­wech­selt, das aber an der Knie­aus­sen­seite schmerzt. Trai­nings­feh­ler: Zu schnelle Stei­ge­rung von Umfang oder Intensität, zu wenig Rege­ne­ra­ti­on, ein­sei­tige Belastung. Mus­kel­schwäche oder -dys­ba­lan­ce: Schwache Ober­schenkel­stre­cker (Qua­dri­zeps) oder eine ver­kürzte hintere Ober­schenkel­mus­ku­la­tur erhöhen die Zug­be­las­tung auf die Sehne. Steife Sprung­ge­len­ke: Ein­ge­schränkte Dor­sa­l­fle­xion zwingt das Knie in ungüns­tige Winkel. Harter Unter­grund: Hallenböden, Asphalt oder abge­nutzte Sport­schuhe mit wenig Dämpfung. Gut zu wissen Ein Patella­spitzen­syndrom ent­wi­ckelt sich nicht über Nacht. Typi­scher­weise sammeln sich kleine Mikroüber­las­tun­gen über Wochen, bevor der Schmerz spürbar wird. Deshalb ist ein plötzlicher Trai­nings­an­stieg nach einer Pause ein klas­si­scher Auslöser. Symptome und Stadien Das Leit­sym­ptom ist ein genau loka­li­sier­ba­rer Schmerz an der Unter­kante der Knieschei­be. Er verstärkt sich bei Belas­tun­gen, die hohe Kraft über die Patel­la­sehne ver­lan­gen. Typische Situa­ti­o­nen mit Schmerz Springen und Landen Trep­pen­stei­gen, beson­ders aufwärts Auf­ste­hen nach längerem Sitzen Tiefe Knie­beuge oder Aus­fall­s­chritte Laufen, beson­ders bergauf In der Sport­medizin wird das Patella­spitzen­syndrom nach Blazina in vier Stadien ein­ge­teilt: Stadium 1: Schmerz nur nach sport­li­cher Belastung, kein Einfluss auf die Leis­tung. Stadium 2: Schmerz zu Beginn und nach der Belastung, während der Aktivität lässt er nach (Aufwärmef­fek­t). Stadium 3: Dau­e­r­haf­ter Schmerz während und nach der Belastung, Leistung ist ein­ge­schränkt. Stadium 4: Schmerz bei alltäglichen Aktivitäten, vollständige Sport­pause nötig. Wann zum Arzt? Ein plötzli­cher, ste­chen­der Schmerz mit Hörbarkeit (Knall) bei einer Sprung- oder Abstopp­be­we­gung kann auf einen Riss der Patel­la­sehne hin­deu­ten. Das ist ein orthopädischer Notfall, der sofort ärztlich abgeklärt werden muss. Selbst­test: Patel­la­sehne prüfen Mit zwei ein­fa­chen Tests kannst du prüfen, ob deine Beschwer­den zur Patel­la­sehne passen. Sie ersetzen keine ärztliche Dia­gno­se, geben dir aber eine erste Ori­en­tie­rung. Test 1: Druck­schmerz an der Patel­la­spitze Sitz auf einem Stuhl und streck das betrof­fene Bein leicht aus, sodass das Knie fast gestreckt ist. Schieb die Kniescheibe vor­sich­tig mit beiden Daumen nach unten (Rich­tung Fuss). Tast nun mit einem Finger den unteren Rand der Kniescheibe ab und drück leicht auf den Seh­nen­an­satz direkt dar­un­ter. Ein punk­tu­el­ler Druck­schmerz genau an dieser Stelle ist typisch für ein Patella­spitzen­syndrom. Test 2: Ein­bei­nige Knie­beuge auf Stufe Stell dich ein­bei­nig auf eine Trep­pen­stufe und beuge das Knie langsam bis etwa 60 Grad (Decline Squat). Wenn der typische Schmerz an der Unter­kante der Kniescheibe auftritt und du ihn am betrof­fe­nen Bein deutlich stärker spürst als am gesun­den, spricht das für eine Betei­li­gung der Patella­sehne. Ergebnis ein­ord­nen Wenn beide Tests Schmerz genau an der Unter­kante der Kniescheibe auslösen, ist ein Patella­spitzen­syndrom wahr­schein­lich. Schmerz an der Knie­aus­sen­seite deutet eher auf ein Läuferknie, Schmerz in der Knie­kehle eher auf eine Baker­zyste oder einen Menis­kus­scha­den. Diagnose Die Diagnose stellt der Arzt oder die Physio­therapeutin durch gezielte Unter­su­chung. Der Druck­schmerz an der Patel­la­spitze in Kom­bi­na­tion mit der typi­schen Belastungs­ana­mnese reicht in den meisten Fällen für eine sichere Zuord­nung. Bild­ge­bung (Ul­tra­schall oder MRT) ist bei einem ein­deu­ti­gen kli­ni­schen Bild nicht zwingend nötig. Sie wird ein­ge­setzt, wenn der Verdacht auf einen Teilriss der Sehne besteht, die Beschwer­den trotz kon­se­quen­ter Therapie über mehrere Monate nicht besser werden oder eine andere Ursache aus­ge­schlos­sen werden muss. Abgren­zung zu anderen Knie­beschwer­den Schmer­zen rund um die Kniescheibe können ver­schie­dene Ursachen haben. Die folgende Tabelle hilft dir, die wich­tigs­ten Bilder von­ein­an­der zu unter­schei­den. Merkmal Patella­spitzen­syndrom Läufer­knie (ITBS) Morbus Osgoo­d­-­Schlat­ter Schmer­zort Unter­kante Kniescheibe Knie­aussen­seite Schien­bein­höcker unter­halb der Kniescheibe Typi­sches Alter 15 bis 40 Jahre 20 bis 50 Jahre 10 bis 15 Jahre (Wachs­tum) Auslöser Sprin­gen, tiefe Knie­beuge, Treppen Längere Lauf­belas­tung, bergab Wachs­tums­schub plus Sport Tast­be­fund Druck­schmerz Patella­spitze Druck­schmerz äusserer Knie­spalt Geschwol­le­ner, druck­schmerz­hafter Schien­bein­höcker Haupt­therapie Dosier­tes Kraft­training (Decline Squat) Dehnung, Faszien­arbeit, Lauf­analyse Belastungs­steu­e­rung, wächst sich aus Behand­lung und Physio­therapie Die wich­tigste Erkennt­nis der letzten Jahre: Ein Patella­spitzen­syndrom braucht vor allem Belastung in der rich­ti­gen Dosis, keine Ruhig­stel­lung. Sehnen passen sich an mecha­ni­sche Reize an, und ohne Reiz ver­lie­ren sie an Struktur und Fes­tig­keit. Belastungs­steu­e­rung Im ersten Schritt wird die schmer­zauslösende Belastung redu­ziert, aber nicht vollständig ver­mie­den. Sprung­trai­ning wird

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Meniskusriss: Symptome, Selbsttest und warum Training oft so gut hilft wie eine OP

Ratgeber · Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2026 · Fachlich geprüft von Inga Dammann Ein Meniskusriss ist ein Einriss in einer der beiden Knorpelscheiben im Kniegelenk. Bei jüngeren Menschen entsteht er meist durch eine Drehbewegung unter Last, ab etwa 40 Jahren oft ohne Unfall durch Verschleiss. Typisch sind Schmerz am Gelenkspalt, Schwellung und Beschwerden beim Hocken und Drehen. Bei verschleissbedingten Rissen hilft gezieltes Training in grossen Studien ebenso gut wie eine Operation. Wann operiert werden sollte und was du selbst tun kannst, steht hier. Das Wichtigste in Kürze Es gibt zwei Arten: den Unfallriss bei jüngeren, aktiven Menschen und den verschleissbedingten Riss ab dem mittleren Alter. Viele Meniskusrisse machen keine Beschwerden. In einer grossen MRT-Studie hatten 61 Prozent der Menschen mit Riss im letzten Monat keine Knieschmerzen. Bei verschleissbedingten Rissen schnitt eine Gelenkspiegelung nicht besser ab als eine Scheinoperation. Ein zwölfwöchiges Trainingsprogramm erreichte nach zwei Jahren vergleichbare Ergebnisse wie die Operation. Ein Knie, das sich nicht mehr strecken lässt, oder ein Riss nach einem Unfall bei jungen Menschen gehört rasch ärztlich abgeklärt. Inhalt Was ist der Meniskus? Unfallriss oder Verschleiss: zwei verschiedene Probleme Symptome eines Meniskusrisses Selbsttest bei Verdacht auf Meniskusriss Meniskusriss oder Kniearthrose? Warum das MRT nicht alles erklärt Operation oder Training? Was bei einem Meniskusriss hilft Fünf Übungen für zu Hause Alltag, Sport und Arbeit Wann gehört es abgeklärt? Häufige Fragen zum Meniskusriss Was ist der Meniskus? Jedes Knie hat zwei Menisken: einen Innenmeniskus und einen Aussenmeniskus. Es sind halbmondförmige Scheiben aus Faserknorpel zwischen Oberschenkel und Schienbein. Sie verteilen den Druck im Gelenk, dämpfen Stösse und stabilisieren das Knie bei Drehbewegungen. Der Innenmeniskus ist fester mit der Gelenkkapsel und dem Innenband verbunden und deshalb weniger beweglich. Er reisst deutlich häufiger als der Aussenmeniskus. Nur der äussere Rand des Meniskus ist gut durchblutet. Risse in diesem Bereich können heilen, Risse im inneren Teil kaum. Wer nach der Lage fragt: Der Meniskus liegt im Gelenkspalt, den du an der Innen- und Aussenseite des Knies als kleine Vertiefung neben der Kniescheibe tasten kannst, wenn das Knie gebeugt ist. Unfallriss oder Verschleiss: zwei verschiedene Probleme Ein Meniskusriss ist nicht gleich ein Meniskusriss. Der Unfallriss entsteht bei jüngeren Menschen durch eine Drehbewegung mit gebeugtem, belastetem Knie. Der verschleissbedingte, sogenannte degenerative Riss entsteht ab dem mittleren Alter oft ohne erkennbaren Auslöser und ist häufig Teil einer beginnenden Arthrose. Der Unfallriss passiert typischerweise beim Fussball, Skifahren, Unihockey oder Tennis, wenn der Fuss am Boden fixiert ist und sich der Körper dreht. Oft ist gleichzeitig ein Band verletzt, zum Beispiel das vordere Kreuzband. Der degenerative Riss ist anders. Das Gewebe wird mit den Jahren weniger elastisch, und eine alltägliche Bewegung wie das Aufstehen aus der Hocke genügt. Manchmal gibt es gar keinen Moment, an den man sich erinnert. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie über die Behandlung entscheidet. Was das praktisch heisst Bei einem frischen Unfallriss bei jungen Menschen kann eine Naht sinnvoll sein, um den Meniskus zu erhalten. Bei einem verschleissbedingten Riss ab dem mittleren Alter ist Training die erste Wahl. Die Frage ist also nicht nur, ob der Meniskus gerissen ist, sondern auch, wie und bei wem. Symptome eines Meniskusrisses Typisch ist ein punktueller Schmerz am Gelenkspalt, beim Innenmeniskus an der Knieinnenseite. Er tritt beim Hocken, Drehen und Treppabgehen auf. Dazu kommen oft eine Schwellung, ein Gefühl von Instabilität und manchmal ein Einklemmen oder Blockieren. Schmerz am Gelenkspalt. Innen oder aussen, gut mit einem Finger zu zeigen. Schmerz beim Hocken und Drehen. Tiefes Beugen, Aufstehen aus der Hocke, Drehen auf dem belasteten Bein. Schwellung. Beim Unfallriss oft innerhalb von Stunden, beim degenerativen Riss eher schleichend nach Belastung. Einklemmen oder Blockieren. Ein Gefühl, als hake etwas im Gelenk. Bei einer echten Blockade lässt sich das Knie nicht mehr ganz strecken. Knacken oder Schnappen. Häufig, aber nicht beweisend, weil auch gesunde Knie knacken. Schwellung in der Kniekehle. Ein Meniskusschaden kann zu einem Erguss führen, der eine Bakerzyste füllt. Die Beschwerden wechseln oft. Gute und schlechte Tage folgen aufeinander, und manchmal sind die Schmerzen plötzlich weg. Das ist bei Meniskusbeschwerden häufig und bedeutet nicht, dass etwas übersehen wurde. Selbsttest bei Verdacht auf Meniskusriss Drei einfache Prüfungen helfen bei der Einordnung: der Druckschmerz am Gelenkspalt, die tiefe Hocke und das Drehen auf dem leicht gebeugten Bein. Lösen zwei davon den bekannten Schmerz am Gelenkspalt aus, spricht das für eine Beteiligung des Meniskus. Setz dich hin und beuge das Knie auf etwa 90 Grad. Taste neben der Kniescheibe nach unten bis zur kleinen Vertiefung zwischen Oberschenkel und Schienbein. Fahr diesen Spalt innen und aussen mit dem Finger ab. Ein deutlicher, umschriebener Druckschmerz an einer Stelle ist typisch. Geh langsam und nur so weit in die Hocke, wie es geht, und halte dich dabei fest. Schmerz am Gelenkspalt in tiefer Beugung ist ein weiteres Zeichen. Stell dich auf das betroffene Bein, halte dich an einer Stuhllehne fest und beuge das Knie leicht. Dreh den Oberkörper langsam nach links und rechts. Tritt der bekannte Schmerz am Gelenkspalt auf oder hakt etwas, spricht das für den Meniskus. Prüf zum Schluss gegen: Lässt sich das Knie nicht mehr ganz strecken, ist es nach einem Unfall stark geschwollen oder gibt es nach, mach keine weiteren Tests, sondern lass es ärztlich abklären. Diese Tests sind Orientierung, keine Diagnose. Auch in der Praxis ist kein einzelner Test sicher. Erst das Gesamtbild aus Verlauf, Untersuchung und gegebenenfalls Bildgebung ergibt eine Einschätzung. Meniskusriss oder Kniearthrose? Ab dem mittleren Alter liegen degenerativer Meniskusriss und Arthrose oft gleichzeitig vor, und die Beschwerden überschneiden sich. Die folgenden Merkmale helfen bei der Einordnung. Merkmal Unfall­riss Degene­ra­tiver Riss Knie­ar­throse Typi­sches Alter Meist unter 40 Meist ab 40 Meist ab 50 Beginn Plötz­lich bei Dreh­bewe­gung Schlei­chend oder bei Alltags­bewe­gung Schlei­chend über Monate Schmerz­ort Punk­tuell am Gelenk­spalt Meist innen am Gelenk­spalt Flächig, oft ganzes Knie Schwel­lung Oft inner­halb von Stunden Nach Belas­tung Wech­selnd, nach Belas­tung Stei­fig­keit Selten Möglich Typisch am Morgen, kurz Erste Behand­lung Ärztliche Abklä­rung, Naht prüfen Training über zwölf Wochen Training und Gewichts­manage­ment Schmerzt das Knie aussen und vor allem beim Laufen, passt das eher zum Läuferknie. Einen Überblick über weitere Ursachen

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Bakerzyste: Symptome, Übungen und was bei einer Ruptur zu tun ist

Ratgeber · Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2026 · Fachlich geprüft von Inga Dammann Eine Bakerzyste ist eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Ausstülpung in der Kniekehle. Sie spürt sich als Druck oder pralle Schwellung hinten am Knie an, besonders beim Beugen und Hocken. Fast immer ist sie kein eigenständiges Problem, sondern ein Zeichen dafür, dass im Kniegelenk zu viel Flüssigkeit entsteht, meist durch Arthrose oder einen Meniskusschaden. Platzt die Zyste, können plötzlicher Wadenschmerz und Schwellung einer Thrombose zum Verwechseln ähnlich sein. Behandelt wird deshalb vor allem die Ursache im Knie. Was du selbst tun kannst, steht hier. Das Wichtigste in Kürze Die Bakerzyste ist ein Schleimbeutel in der Kniekehle, der sich mit Gelenkflüssigkeit aus dem Knie füllt. Bei Erwachsenen steckt fast immer eine Ursache im Gelenk dahinter, am häufigsten Arthrose oder ein Meniskusriss. Viele Zysten verursachen keine Beschwerden und werden nur zufällig im Ultraschall oder MRT entdeckt. Plötzlicher Wadenschmerz mit Schwellung muss ärztlich abgeklärt werden, weil eine Thrombose ausgeschlossen werden muss. Wird die Ursache im Knie behandelt, wird die Zyste oft kleiner. Eine Operation ist selten nötig. Inhalt Was ist eine Bakerzyste? Warum die Zyste meist nur ein Symptom ist Symptome einer Bakerzyste Selbsttest: das Zeichen nach Foucher Wenn die Bakerzyste platzt Bakerzyste, Ruptur oder Thrombose? Wie die Diagnose gestellt wird Was bei einer Bakerzyste hilft Vier Übungen für zu Hause Alltag, Sport und Arbeit Wann gehört es abgeklärt? Häufige Fragen zur Bakerzyste Was ist eine Bakerzyste? Eine Bakerzyste, fachlich Poplitealzyste, ist ein vergrösserter Schleimbeutel in der Kniekehle. Er liegt zwischen dem inneren Kopf des Wadenmuskels und einer Sehne der hinteren Oberschenkelmuskulatur und ist bei vielen Erwachsenen über eine kleine Öffnung mit dem Kniegelenk verbunden. Durch diese Öffnung kann Gelenkflüssigkeit in den Schleimbeutel fliessen. Beim Beugen des Knies öffnet sich der Durchgang, beim Strecken wird er durch die umliegenden Muskeln zusammengedrückt. So entsteht eine Art Ventil: Flüssigkeit gelangt leichter hinein als hinaus. Bildet das Knie mehr Flüssigkeit als üblich, füllt sich der Schleimbeutel und wird zur tastbaren Zyste. Benannt ist sie nach dem englischen Chirurgen William Morrant Baker, der sie im 19. Jahrhundert beschrieben hat. Die Schreibweisen Bakerzyste, Baker-Zyste und Baker Zyste meinen dasselbe. Warum die Zyste meist nur ein Symptom ist Bei Erwachsenen entsteht eine Bakerzyste fast immer, weil im Kniegelenk etwas nicht stimmt. Am häufigsten sind Arthrose, ein Meniskusriss oder eine entzündliche Gelenkerkrankung wie Rheuma. Sie alle führen zu einem Gelenkerguss, und dieser füllt die Zyste. Wie häufig das vorkommt, zeigen Untersuchungen mit Bildgebung. In einer Ultraschallstudie an Knien mit schmerzhafter Arthrose hatte etwa jedes fünfte Knie eine Bakerzyste, klinisch erkannt wurde aber nur rund ein Drittel davon. In einer MRT-Untersuchung von 382 Menschen mit Kniebeschwerden fand sich bei 38 Prozent eine Zyste. Die meisten davon machten keine eigenen Beschwerden. Bei Kindern ist das anders. Dort tritt die Zyste oft ohne Schaden im Gelenk auf und bildet sich häufig von selbst zurück. Was das praktisch heisst Wer nur die Zyste behandelt, behandelt das Symptom. Wird sie abgesaugt, während das Knie weiter zu viel Flüssigkeit bildet, füllt sie sich oft wieder. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Warum produziert das Knie zu viel Flüssigkeit? Mehr zu den häufigen Ursachen im Gelenk steht im Artikel zu Knieschmerzen. Symptome einer Bakerzyste Typisch ist ein Druck- oder Spannungsgefühl in der Kniekehle, das beim Beugen, Hocken und nach längerem Gehen zunimmt. Oft ist eine weiche, pralle Schwellung hinten am Knie sicht- oder tastbar, die im Stehen deutlicher hervortritt. Schwellung in der Kniekehle. Meist auf der Innenseite, im Stehen mit gestrecktem Knie am besten zu sehen. Spannungsgefühl beim Beugen. Tiefes Hocken, Knien und Treppensteigen werden unangenehm. Eingeschränkte Beweglichkeit. Das Knie lässt sich nicht mehr ganz beugen, manchmal auch nicht ganz strecken. Beschwerden der Grunderkrankung. Schmerz an der Innenseite des Knies, Steifigkeit am Morgen oder Blockaden deuten auf die Ursache im Gelenk hin. Druck auf Nerven oder Gefässe. Selten drückt eine grosse Zyste auf Nerven oder Venen. Kribbeln, Taubheit oder eine Schwellung des Unterschenkels sind dann möglich. Viele Bakerzysten machen überhaupt keine Beschwerden. Spürbar werden sie oft erst, wenn das Knie wegen einer Arthrose oder eines Meniskusschadens anschwillt. Selbsttest: das Zeichen nach Foucher Eine Bakerzyste verändert ihre Spannung je nach Kniestellung. Bei gestrecktem Knie wird sie prall und fest, bei gebeugtem Knie weicher oder verschwindet fast. Dieses Verhalten heisst Zeichen nach Foucher und hilft bei der Einordnung einer Schwellung in der Kniekehle. Stell dich hin und streck das betroffene Knie ganz durch. Taste mit den Fingern die Innenseite der Kniekehle ab. Eine Bakerzyste fühlt sich jetzt meist prall und rundlich an. Setz dich hin und beuge das Knie auf etwa 45 Grad. Taste dieselbe Stelle erneut. Ist die Schwellung jetzt deutlich weicher oder kaum noch tastbar, ist das typisch. Vergleich mit der anderen Kniekehle. Eine einseitige Schwellung ist aussagekräftiger. Schau dir die Wade an. Ist sie geschwollen, gerötet, überwärmt oder druckempfindlich, ist das kein Fall für den Selbsttest, sondern für eine ärztliche Abklärung am selben Tag. Der Test ist Orientierung, keine Diagnose. Er unterscheidet eine Zyste nicht sicher von anderen Schwellungen in der Kniekehle. Gewissheit bringt eine Ultraschalluntersuchung. Wenn die Bakerzyste platzt Eine Bakerzyste kann reissen. Die Flüssigkeit läuft dann zwischen die Muskeln der Wade. Typisch ist ein plötzlicher, stechender Schmerz in der Wade, gefolgt von Schwellung und Spannung im Unterschenkel. Das Bild gleicht einer tiefen Venenthrombose so sehr, dass es ohne Ultraschall nicht sicher zu unterscheiden ist. Wie oft das vorkommt, zeigt eine Auswertung von 441 Menschen mit Bakerzyste im Ultraschall: Bei 146 von ihnen war die Zyste gerissen, also bei etwa einem Drittel. Manche spüren beim Riss ein Knacken oder ein Gefühl, als sei etwas in der Wade nass geworden. Einige Tage später zeigt sich oft ein Bluterguss, der bis unter den Innenknöchel absinken kann. Wichtig: Eine geplatzte Zyste und eine Thrombose können auch gleichzeitig vorliegen, weil die Schwellung auf die Venen drücken kann. Deshalb gehört plötzlicher Wadenschmerz mit Schwellung immer ärztlich abgeklärt, auch wenn eine Bakerzyste bekannt ist. Am selben Tag ärztlich abklären lassen Plötzlicher Schmerz in der Wade mit Schwellung, Spannungsgefühl, Rötung oder Überwärmung. Ein Bein, das deutlich dicker ist als das

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Tennisellenbogen (Tennisarm): Übungen und was wirklich hilft

Ratgeber · Zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2026 · Fachlich geprüft von Inga Dammann Ein Tennisellenbogen, umgangssprachlich Tennisarm, ist eine Überlastung der Sehnen der Unterarmstrecker an ihrem Ansatz an der Ellbogenaussenseite. Typisch ist Schmerz beim Greifen, Heben und Händeschütteln. Er bessert sich bei den allermeisten Betroffenen innerhalb eines Jahres. Kortisonspritzen lindern kurzfristig, führen aber nach einem Jahr zu schlechteren Ergebnissen und deutlich mehr Rückfällen. Am besten belegt ist ein schrittweise gesteigertes Kraftprogramm. Was du selbst tun kannst, steht hier. Das Wichtigste in Kürze Trotz des Namens spielt nur ein kleiner Teil der Betroffenen Tennis. Häufiger sind Bildschirmarbeit, Handwerk und Gartenarbeit. Es handelt sich meist nicht um eine Entzündung, sondern um eine Überlastung der Sehne. In einer grossen Studie waren nach einem Jahr 96 Prozent der Placebogruppe erholt oder deutlich gebessert. Kortison senkte diesen Wert auf 83 Prozent und erhöhte die Rückfallquote von 12 auf 54 Prozent. Wirksamster aktiver Baustein ist Krafttraining der Unterarmmuskulatur über mehrere Wochen. Inhalt Was ist ein Tennisellenbogen? Warum es meist keine Entzündung ist Selbsttest bei Schmerz an der Ellbogenaussenseite Was es sonst sein könnte Wie ein Tennisarm entsteht Wie lange dauert ein Tennisellenbogen? Kortison: kurzfristig besser, langfristig schlechter Was wirklich hilft Fünf Übungen für zu Hause Bandage, Stosswelle und Operation Wann gehört es abgeklärt? Häufige Fragen zum Tennisellenbogen Was ist ein Tennisellenbogen? Beim Tennisellenbogen ist der gemeinsame Sehnenansatz der Muskeln überlastet, die Handgelenk und Finger strecken. Dieser Ansatz liegt an einem kleinen Knochenvorsprung an der Ellbogenaussenseite. Fachlich heisst das Beschwerdebild laterale Epikondylopathie, früher Epicondylitis lateralis. Der Schmerz sitzt typischerweise an der Aussenseite des Ellbogens und zieht oft in den Unterarm. Er tritt bei Bewegungen auf, die man kaum vermeiden kann: eine Tasse heben, eine Flasche aufdrehen, Hände schütteln, eine Tasche tragen, die Maus klicken. In Ruhe ist der Ellbogen meist beschwerdefrei. Betroffen sind am häufigsten Menschen zwischen 35 und 55 Jahren. Der Name täuscht: Tennisspielerinnen und Tennisspieler machen nur einen kleinen Teil der Betroffenen aus. Häufiger sind Berufe und Tätigkeiten mit vielen Greif- und Drehbewegungen, also Büroarbeit, Handwerk, Gartenarbeit, Musizieren oder die Pflege eines Kleinkinds. Warum es meist keine Entzündung ist Die frühere Bezeichnung Epicondylitis endet auf itis, was Entzündung bedeutet. Bei länger bestehenden Beschwerden finden sich im Gewebe jedoch überwiegend Veränderungen der Sehnenstruktur und kaum Entzündungszellen. Deshalb wird heute von Epikondylopathie oder Tendinopathie gesprochen. Das ist mehr als eine Frage der Begriffe. Wer eine Entzündung annimmt, sucht nach Ruhe und entzündungshemmenden Mitteln. Wer eine überlastete Sehne annimmt, sucht nach einer Belastung, die die Sehne wieder belastbar macht. Das zweite Modell passt besser zur Studienlage, und es erklärt, warum Schonung allein selten zum Ziel führt. Dasselbe Muster findet sich bei anderen Sehnenbeschwerden, etwa am Fersenbein oder an der Schulter. Die Sehne braucht dosierte Belastung, um sich umzubauen, nicht Stillstand. Selbsttest bei Schmerz an der Ellbogenaussenseite Drei einfache Prüfungen helfen bei der Einordnung: der Druckschmerz am Knochenvorsprung, der Mittelfingertest gegen Widerstand und der Stuhltest. Lösen zwei oder drei davon den bekannten Schmerz aus, spricht das für einen Tennisellenbogen. Beuge den Ellbogen leicht und taste an der Aussenseite den kleinen Knochenvorsprung. Drück mit dem Daumen direkt darauf und knapp davor in Richtung Unterarm. Ein umschriebener, deutlicher Druckschmerz ist typisch. Streck den Arm nach vorne, Handfläche nach unten. Heb den Mittelfinger gegen den Widerstand der anderen Hand an. Tritt dabei der bekannte Schmerz aussen am Ellbogen auf, ist das ein weiteres Zeichen. Stell dich vor einen leichten Stuhl, greif die Lehne mit gestrecktem Arm von oben, Handfläche nach unten, und heb den Stuhl leicht an. Schmerz an der Ellbogenaussenseite spricht für eine Beteiligung der Streckersehnen. Wiederhol den Stuhltest mit der Handfläche nach oben. Ist es so deutlich weniger schmerzhaft, ist das typisch. Prüf zum Schluss gegen: Kribbeln, Taubheit oder Schmerz, der vom Nacken in den Arm zieht, passen nicht zum Tennisellenbogen. Diese Tests sind Orientierung, keine Diagnose. Sie helfen dir einzuschätzen, ob das Kraftprogramm unten für dich passt oder ob zuerst eine Abklärung sinnvoll ist. Was es sonst sein könnte Schmerz am Ellbogen kann auch von der Innenseite, von einem eingeengten Nerv oder aus der Halswirbelsäule stammen. Die Abgrenzung erfolgt über den Schmerzort, die Begleitsymptome und die auslösenden Bewegungen. Merkmal Ten­nis­el­len­bo­gen Gol­fer­el­len­bo­gen Ner­ven­eng­pass am Unter­arm Hals­wir­bel­säule Schmerz­ort Ell­bo­gen­aus­sen­seite Ell­bo­gen­in­nen­seite Etwas unter­halb der Aus­sen­seite, tiefer im Unter­arm Vom Nacken über Schulter in den Arm Auslöser Greifen mit Hand­rü­cken nach oben Greifen mit Hand­flä­che nach oben, Werfen Drehen des Unter­arms Kopf­be­we­gun­gen, langes Sitzen Miss­emp­fin­dun­gen Un­ty­pisch Un­ty­pisch Möglich, oft dumpf und tief Typisch, Kribbeln bis in die Finger Druck­schmerz am Kno­chen­vor­sprung Deutlich Innen, nicht aussen Eher weiter unten im Muskel Meist nicht Zieht der Schmerz vom Nacken in den Arm oder verändert er sich mit Kopfbewegungen, lohnt der Blick auf den Artikel zu Nackenschmerzen. Bei Beschwerden, die mehrere Regionen von Hand bis Schulter betreffen, hilft der Artikel zum Mausarm. Wie ein Tennisarm entsteht Der Tennisellenbogen entsteht, wenn die Sehnen der Unterarmstrecker über Wochen mehr leisten müssen, als sie gewohnt sind. Häufig geht eine konkrete Veränderung voraus: ein Umzug, eine Renovierung, ein neues Werkzeug, mehr Stunden am Bildschirm oder ein neuer Schläger. Belastungssprung. Der häufigste Auslöser. Ein Wochenende mit Bohren und Schrauben, eine Woche Gartenarbeit, eine intensive Projektphase. Wiederholtes Greifen mit gestrecktem Handgelenk. Maus, Tastatur, Werkzeug, Einkaufstaschen mit Handrücken nach oben. Fester Griff. Wer Werkzeug oder Maus unbewusst umklammert, belastet die Strecker dauerhaft. Technik und Material. Beim Tennis eine zu späte Rückhand, ein zu dünner Griff oder eine zu harte Besaitung. Alter. Ab etwa 35 Jahren nimmt die Belastbarkeit der Sehnen ab, besonders wenn sie im Alltag wenig gefordert werden. Wie lange dauert ein Tennisellenbogen? Ein Tennisellenbogen hat eine günstige Prognose, braucht aber Geduld. In der Placebogruppe einer grossen Studie mit 165 Betroffenen waren nach einem Jahr 96 Prozent vollständig erholt oder deutlich gebessert. Bis dahin vergehen allerdings oft mehrere Monate mit wechselnden Beschwerden. Diese Zahl ist wichtig, weil sie zwei Dinge gleichzeitig sagt. Erstens: Ein Tennisellenbogen ist in aller Regel kein Dauerzustand. Zweitens: Er braucht Zeit, und die Frage ist nicht, ob er vergeht, sondern wie du die Zeit bis dahin gestaltest und wie du Rückfälle vermeidest. Aktive Behandlung kann den

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Dry Needling: Wirkung, Ablauf und Nebenwirkungen

Ratgeber · Zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2026 · Fachlich geprüft von Inga Dammann Dry Needling ist eine physiotherapeutische Behandlung, bei der feine sterile Nadeln ohne Wirkstoff gezielt in verspannte Muskelstellen, sogenannte Triggerpunkte, gesetzt werden. Ziel ist, Schmerz zu senken und die Beweglichkeit zu verbessern. Studien zeigen eine Schmerzlinderung über einige Wochen, für die langfristige Wirkung fehlen gute Daten. Leichte Nebenwirkungen wie Muskelkater und kleine Blutergüsse sind häufig, ernsthafte Komplikationen selten. Was du vor der ersten Behandlung wissen solltest, steht hier. Das Wichtigste in Kürze Dry Needling arbeitet mit denselben dünnen Nadeln wie die Akupunktur, folgt aber einem anderen Modell: Muskel und Triggerpunkt statt Meridian. Belegt ist eine Schmerzlinderung über Tage bis etwa zwölf Wochen. Für die Zeit danach fehlen gute Studien. Muskelkater für ein bis zwei Tage ist normal. Patientinnen und Patienten berichten ihn deutlich häufiger, als Therapeutinnen ihn erfassen. Dry Needling wirkt am besten als Türöffner für aktive Übungen, nicht als alleinige Behandlung. In der Schweiz kann es im Rahmen ärztlich verordneter Physiotherapie über die Grundversicherung abgerechnet werden. Inhalt Was ist Dry Needling? Wie wirkt Dry Needling? Was die Studien zeigen Dry Needling oder Akupunktur: wo liegt der Unterschied? Wie läuft eine Behandlung ab? Bei welchen Beschwerden wird Dry Needling eingesetzt? Nebenwirkungen: was normal ist und was nicht Was tun nach der Behandlung? Wann wird kein Dry Needling gemacht? Kosten und Krankenkasse in der Schweiz Häufige Fragen zum Dry Needling Was ist Dry Needling? Dry Needling bedeutet wörtlich trockenes Nadeln. Trocken heisst, dass nichts injiziert wird. Die Nadel selbst ist der Reiz. Behandelt werden Triggerpunkte, also tastbare, druckempfindliche Verhärtungen in der Muskulatur, die Schmerzen auslösen und in andere Regionen ausstrahlen können. Verwendet werden sterile Einmalnadeln, die so dünn sind wie Akupunkturnadeln. Die Physiotherapeutin tastet den verspannten Muskelstrang, sucht den empfindlichsten Punkt und setzt die Nadel gezielt dort hinein. Je nach Region bleibt die Nadel nur wenige Sekunden oder wird mehrmals leicht bewegt. Ein typisches Merkmal ist die lokale Zuckungsreaktion. Der Muskel zuckt kurz zusammen, wenn die Nadel den Triggerpunkt trifft. Das fühlt sich ungewohnt an, ist aber kein Fehler, sondern ein Hinweis, dass die richtige Stelle erreicht wurde. Dry Needling ist keine eigenständige Therapie, sondern eine Technik innerhalb der Physiotherapie. Es wird kombiniert mit manueller Therapie, Bewegung und einem Übungsprogramm. In der Praxis wird es nur von speziell weitergebildeten Physiotherapeutinnen durchgeführt. Wie wirkt Dry Needling? Die Nadel senkt die Spannung im Triggerpunkt, verbessert die lokale Durchblutung und dämpft die Schmerzweiterleitung im Nervensystem. Wie genau diese Effekte zusammenwirken, ist wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt. Mehrere Mechanismen werden diskutiert. Der Nadelreiz verändert den chemischen Zustand im verspannten Muskelgewebe, in dem sich schmerzauslösende Botenstoffe anreichern. Die Zuckungsreaktion scheint die Dauerkontraktion der Muskelfasern zu unterbrechen. Und das Nervensystem reagiert auf den Reiz mit einer Dämpfung der Schmerzempfindlichkeit, die auch über die behandelte Stelle hinaus messbar ist. Ehrlich gesagt: Ein Teil der Wirkung lässt sich mit diesen Modellen gut erklären, ein Teil nicht. Fest steht, dass sich der Druckschmerz an behandelten Stellen messbar verändert. Weniger klar ist, welcher Mechanismus dabei den Ausschlag gibt. Was die Studien zeigen Eine Metaanalyse aus 13 randomisierten Studien fand, dass Dry Needling durch Physiotherapeutinnen den Schmerz bei Muskel- und Gelenkbeschwerden im Zeitraum bis zwölf Wochen stärker senkt als keine Behandlung, Scheinbehandlung oder andere Verfahren. Die Qualität der Evidenz reichte dabei von sehr niedrig bis moderat, zur langfristigen Wirkung fehlen Daten. Eine spätere, grössere Metaanalyse mit 45 Studien kam zu einem ähnlichen Bild. Sie fand grosse Effekte auf die Schmerzintensität kurz nach der Behandlung und in den folgenden Wochen, bewertete die Evidenz aber überwiegend als niedrig. Am belastbarsten waren die Ergebnisse für den Zeitraum von einer bis drei Wochen nach der Behandlung. Was daraus folgt, ist eine klare Rolle: Dry Needling ist gut geeignet, um Schmerz und Spannung kurzfristig zu senken und damit aktive Behandlung zu ermöglichen. Es ist nicht geeignet, um ein Problem allein dauerhaft zu lösen. Wer nach drei Sitzungen schmerzfrei ist und danach nichts verändert, hat gute Chancen, dass die Beschwerden zurückkommen. Einordnung Niedrige Evidenzqualität heisst nicht, dass Dry Needling nicht wirkt. Es heisst, dass die vorhandenen Studien klein sind, unterschiedlich gebaut und schwer zu verblinden, weil man eine Nadel spürt. Die Richtung der Ergebnisse ist über viele Studien hinweg dieselbe. Die genaue Grösse des Effekts und seine Dauer sind unsicher. Dry Needling oder Akupunktur: wo liegt der Unterschied? Beide Verfahren nutzen dünne Nadeln, beruhen aber auf unterschiedlichen Modellen. Akupunktur folgt der traditionellen chinesischen Medizin mit Meridianen und festen Punkten. Dry Needling folgt der westlichen Anatomie und Schmerzforschung und behandelt den Muskel dort, wo er tastbar verspannt ist. Merkmal Dry Needling Aku­punk­tur Grund­lage Anatomie, Mus­kel­phy­sio­lo­gie, Schmerz­for­schung Tra­di­tio­nelle chi­ne­si­sche Medizin, Me­ri­di­an­leh­re Wo ge­sto­chen wird Im tastbar ver­spann­ten Muskel, in­di­vi­du­ell gesucht An de­fi­nier­ten Aku­punk­tur­punk­ten, oft fern vom Schmerz­ort Ver­weil­dauer der Nadel Meist kurz, Sekunden bis wenige Minuten Meist 15 bis 30 Minuten Typische Reaktion Lokale Zuckung im Muskel Ziehen oder Wär­me­ge­fühl, keine Zuckung an­ge­strebt Ein­satz­be­reich Mus­ku­läre Schmer­zen und Be­we­gungs­ein­schrän­kun­gen Breites Spektrum, auch aus­ser­halb des Be­we­gungs­ap­pa­rats Durch­ge­führt von Wei­ter­ge­bil­de­ten Phy­sio­the­ra­peu­tin­nen und Ärzten Ärzten, Fach­leu­ten für tra­di­tio­nelle chi­ne­si­sche Medizin In der Praxis überschneiden sich die Punkte gelegentlich, weil verspannte Muskelstellen und klassische Akupunkturpunkte manchmal am selben Ort liegen. Der Unterschied liegt vor allem in der Begründung und in der Art, wie der Punkt gefunden wird. Wie läuft eine Behandlung ab? Eine Behandlung beginnt mit Befund und Tastuntersuchung, danach folgt das Nadeln der identifizierten Triggerpunkte, meist in wenigen Minuten. Im Anschluss wird die behandelte Muskulatur bewegt, gedehnt oder in ein Übungsprogramm eingebunden. Befund. Wo sitzt der Schmerz, wann tritt er auf, welche Bewegungen sind eingeschränkt? Danach Tastuntersuchung der betroffenen Muskulatur. Aufklärung. Was gemacht wird, was du spüren kannst, welche Nebenwirkungen möglich sind. Du kannst jederzeit sagen, wenn du aufhören möchtest. Desinfektion und Lagerung. Die Haut wird desinfiziert, du liegst so, dass der Muskel entspannt ist. Nadeln. Die Nadel wird durch die Haut gesetzt und zum Triggerpunkt geführt. Der Einstich selbst ist kaum spürbar, die Zuckungsreaktion dagegen deutlich. Nachbehandlung. Leichter Druck auf die Einstichstelle, danach Bewegung oder Dehnung des behandelten Muskels. Das Nadeln selbst dauert oft nur wenige Minuten. Der Rest

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Mausarm: was hinter Armbeschwerden bei Bildschirmarbeit steckt

Ratgeber · Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026 · Fachlich geprüft von Inga Dammann Der Mausarm ist keine eigene Diagnose, sondern ein Sammelbegriff für Beschwerden an Hand, Unterarm, Ellbogen, Schulter und Nacken, die mit Bildschirmarbeit in Verbindung gebracht werden. Dahinter stecken meist konkrete Befunde wie eine Sehnenreizung am Ellbogen oder eine Reizung der Daumensehnen. Ergonomische Hilfsmittel wie eine vertikale Maus schneiden in der Forschung schwächer ab als oft versprochen. Was nach der aktuellen Studienlage tatsächlich zählt, sind Pausen, Wechsel der Position und belastbare Muskulatur. Das Wichtigste in Kürze Mausarm ist ein Oberbegriff. Entscheidend ist, welcher Befund dahintersteckt, weil die Behandlung davon abhängt. Eine alternative Maus allein senkte in Studien das Risiko für Arm- und Schulterbeschwerden nicht deutlich. Arbeitsplatzanpassung und Steh-Sitz-Tische zeigten keinen Effekt auf Armschmerzen im Vergleich zu keiner Massnahme. Zusätzliche kurze Pausen verringern Beschwerden im Arm vermutlich, die Studienlage ist aber dünn. Nächtliches Kribbeln in den Fingern oder Kraftverlust gehören abgeklärt, weil dann ein Nerv beteiligt sein kann. Inhalt Was ist ein Mausarm? Was sich hinter dem Begriff verbirgt Was die Forschung zu ergonomischen Hilfsmitteln zeigt Die vertikale Maus: was sie kann und was nicht Selbsttest: wo sitzt das Problem? Warum es entsteht Was hilft Vier Übungen für den Arbeitsplatz Arbeitsplatz: was sinnvoll ist und was nicht Wann gehört es abgeklärt? Häufige Fragen zum Mausarm Was ist ein Mausarm? Mausarm, Tennisarm vom Büro oder RSI-Syndrom sind umgangssprachliche Begriffe für Schmerzen, Ziehen, Müdigkeit oder Kribbeln im Arm, die bei Bildschirmarbeit auftreten. Der englische Begriff Repetitive Strain Injury beschreibt eine Belastung durch viele kleine, gleichförmige Wiederholungen. Der Begriff ist praktisch, weil er ein vertrautes Muster benennt. Er ist zugleich unpraktisch, weil er die Frage offen lässt, was genau gereizt ist. Ein Schmerz aussen am Ellbogen wird anders behandelt als ein Kribbeln in den Fingern, und beides anders als ein Ziehen, das vom Nacken in den Arm läuft. Typisch für alle Formen ist der Verlauf. Anfangs tauchen die Beschwerden gegen Ende eines langen Arbeitstags auf und verschwinden über Nacht. Später setzen sie früher ein, bleiben am Wochenende bestehen und stören auch Alltagsbewegungen wie Tassen heben oder Türen öffnen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen handelt es sich um Belastungsbeschwerden, die sich gut beeinflussen lassen. Die weniger gute: Sie verschwinden selten von selbst, solange sich an der Belastung nichts ändert. Was sich hinter dem Begriff verbirgt Die häufigsten Befunde hinter dem Mausarm sind eine Sehnenreizung an der Ellbogenaussenseite, eine Reizung der Streckmuskulatur am Unterarm, eine Sehnenscheidenreizung am Daumen und seltener eine Nervenkompression am Handgelenk. Auch Nacken und Schulter können in den Arm ausstrahlen. Befund Schmerzort Typische Auslöser Besonderheit Sehnenreizung Ellbogenaussenseite Aussen am Ellbogen, in den Unterarm ziehend Greifen, Heben mit gestrecktem Arm, Maus klicken Schmerz beim Händeschütteln oder Tasse heben Reizung der Unterarmstrecker Oberseite des Unterarms Handgelenk lange nach oben geknickt Diffuses Ziehen, Müdigkeitsgefühl Sehnenscheidenreizung am Daumen Daumenseite des Handgelenks Daumenbewegungen, Smartphone, Scrollen Schmerz, wenn der Daumen in die Faust genommen wird Nervenkompression am Handgelenk Daumen, Zeige- und Mittelfinger Anhaltende Beugung im Handgelenk Kribbeln, oft nachts, Schütteln bringt Erleichterung Ausstrahlung aus dem Nacken Vom Nacken über die Schulter in den Arm Lange starre Kopfhaltung Verändert sich mit Kopfbewegungen Diese Befunde können auch gemeinsam auftreten. Wer seit Monaten mit hochgezogener Schulter und abgeknicktem Handgelenk arbeitet, hat nicht selten einen verspannten Nacken und einen gereizten Unterarm zugleich. Wie Nacken- und Schulterbeschwerden zusammenhängen, steht im Artikel zum Impingement der Schulter. Was die Forschung zu ergonomischen Hilfsmitteln zeigt Eine Cochrane-Übersicht zur Vorbeugung arbeitsbedingter Arm- und Nackenbeschwerden bei Büroangestellten fand für die meisten ergonomischen Massnahmen keinen oder nur einen unsicheren Effekt. Arbeitsplatzanpassung und Steh-Sitz-Tische zeigten keine Wirkung auf Armschmerzen im Vergleich zu keiner Massnahme. Die Ergebnisse im Einzelnen sind aufschlussreich. Eine alternative Maus allein senkte im Vergleich zur herkömmlichen Maus weder das Risiko für Nacken- und Schulterbeschwerden noch für Beschwerden im rechten Arm deutlich. Eine Armauflage mit herkömmlicher Maus ebenfalls nicht. Nur die Kombination aus Armauflage und alternativer Maus zeigte in zwei Studien ein etwa halbiertes Risiko für Nacken- und Schulterbeschwerden. Gerade für den Arm, also dort, wo der Mausarm eigentlich sitzt, ergab sich aber kein deutlicher Effekt. Die Autorinnen und Autoren fassten die Evidenz insgesamt als uneinheitlich zusammen. Für Schulungen in Ergonomie und für kombinierte Programme fand sich kein Effekt auf Armschmerzen. Für zusätzliche kurze Pausen gab es Hinweise auf weniger Beschwerden im Arm bei Menschen mit viel Dateneingabe, allerdings auf Basis von Evidenz sehr niedriger Qualität. Was daraus folgt Es folgt nicht, dass Ergonomie egal wäre. Es folgt, dass die Erwartung an einzelne Produkte meist zu hoch ist. Eine neue Maus löst kein Problem, das aus acht Stunden unveränderter Haltung ohne Unterbrechung entsteht. Sie kann sinnvoll sein, wenn sie angenehmer ist, aber sie ist kein Ersatz für Pausen, Wechsel und eine belastbare Muskulatur. Die vertikale Maus: was sie kann und was nicht Eine vertikale Maus hält die Hand in einer Position wie beim Händeschütteln und verringert die Einwärtsdrehung des Unterarms. Viele empfinden das als angenehmer. In Studien senkte eine alternative Maus allein das Risiko für Arm- und Schulterbeschwerden jedoch nicht deutlich. Das ist kein Widerspruch. Eine Position kann sich angenehmer anfühlen, ohne dass sie Beschwerden verhindert. Wer eine vertikale Maus ausprobieren möchte, kann das tun, besonders wenn die Unterarmoberseite bei der herkömmlichen Maus zieht. Sinnvoll ist, sie über einige Wochen zu testen und ehrlich zu beobachten, ob sich etwas ändert. Ein praktischer Nebeneffekt wird oft unterschätzt: Der Wechsel zwischen zwei Eingabegeräten, etwa zwischen Maus und Trackpad oder zwischen rechter und linker Hand, verteilt die Belastung auf verschiedene Strukturen. Abwechslung wirkt dabei vermutlich mehr als das perfekte einzelne Gerät. Selbsttest: wo sitzt das Problem? Drei einfache Prüfungen helfen einzuordnen, welche Struktur betroffen ist. Sie ersetzen keine Untersuchung, geben aber Hinweise, wo die Behandlung ansetzen sollte. Streck den Arm nach vorne, Handfläche nach unten, und heb gegen den Widerstand der anderen Hand den Mittelfinger an. Schmerzt es aussen am Ellbogen, spricht das für eine Sehnenreizung an der Ellbogenaussenseite. Nimm den Daumen in die Faust und knick das Handgelenk langsam zur Kleinfingerseite ab. Ein deutlicher Schmerz an der Daumenseite des Handgelenks spricht für eine Reizung der Daumensehnen.

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