Achillessehne Schmerzen
Achillessehnenschmerzen: Ursachen und Belastungsaufbau Ratgeber · Sport & Bewegungsapparat · Aktualisiert Oktober 2026 Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Körpers und gleichzeitig eine der anfälligsten. Besonders Laufsportler, aber auch Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit sind betroffen. Physiotherapeutin Inga Dammann von PHYSIO silea erklärt, wie Achillessehnenschmerzen entstehen, wie du eine Entzündung von einem Riss unterscheidest und welcher Belastungsaufbau nachhaltig hilft. Auf einen Blick Achillessehnenschmerzen entstehen meistens durch Überlastung, nicht durch ein einzelnes Ereignis. Die häufigste Form ist die Achillessehnen-Tendinopathie, früher als Achillessehnenentz&zündung bezeichnet. Ein einfacher Selbsttest hilft dir, die Schwere deiner Beschwerden einzuordnen. Exzentrische Übungen sind der wichtigste Baustein für die Heilung und Belastbarkeit der Sehne. Der Belastungsaufbau folgt klaren Phasen: Wer zu früh zu viel macht, riskiert einen Rückfall. Inhaltsverzeichnis Was ist eine Achillessehnenentz&zündung? Symptome Ursachen und Risikofaktoren Vergleich: Tendinopathie, Achillodynie oder Riss? Selbsttest: Achillessehnenschmerzen einordnen Diagnose Behandlung und Physiotherapie Übungen bei Achillessehnenschmerzen Der Belastungsaufbau in drei Phasen Wann zum Arzt Chancen und Versorgung Häufige Fragen zur Achillessehne Was ist eine Achillessehnenentz&zündung? Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und überträgt bei jedem Schritt enorme Kräfte. Wenn diese Belastung dauerhaft die Anpassungsfähigkeit der Sehne übersteigt, entstehen strukturelle Veränderungen im Sehnengewebe. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Achillessehnen-Tendinopathie. Der ältere Begriff Achillessehnenentz&zündung ist streng genommen nicht ganz korrekt, denn in den meisten Fällen handelt es sich weniger um eine klassische Entzündung als um einen degenerativen Umbauprozess. Trotzdem wird der Begriff im Alltag weiterhin verwendet. Daneben gibt es den Begriff Achillodynie, der allgemein Schmerzen im Bereich der Achillessehne beschreibt, unabhängig von der genauen Ursache. Man unterscheidet zwei Formen je nach Schmerzort: Midportion-Tendinopathie: Der Schmerz sitzt etwa zwei bis sechs Zentimeter oberhalb des Fersenbeins, mitten im Sehnenverlauf. Das ist die häufigste Form, besonders bei Läufern. Insertionstendinopathie: Der Schmerz sitzt direkt am Ansatz der Sehne am Fersenbein. Diese Form tritt häufiger bei weniger sportlichen Personen auf und ist oft mit einer Schleimbeutelentzündung verbunden. Symptome Achillessehnenschmerzen beginnen meist schleichend. Typische Anzeichen sind: Anlaufschmerz am Morgen: Die ersten Schritte nach dem Aufstehen sind schmerzhaft und steif. Nach einigen Minuten lässt der Schmerz nach. Belastungsschmerz: Schmerzen während oder nach sportlicher Aktivität, besonders beim Laufen, Springen oder Treppensteigen. Druckempfindlichkeit: Die Sehne ist beim Abtasten an einer bestimmten Stelle schmerzhaft, manchmal spürbar verdickt. Steifigkeit: Die Sehne fühlt sich besonders nach längerer Ruhe steif und unbeweglich an. Krepitation: Ein leichtes Knirschen oder Reiben beim Bewegen des Fusses, das manchmal spür- oder hörbar ist. Warnsignal Wenn die Schmerzen plötzlich und heftig einsetzen, vielleicht mit einem hörbaren Knall, und du danach nicht mehr normal auf den Zehenspitzen stehen kannst, besteht der Verdacht auf einen Achillessehnenriss. Das ist ein Notfall, der sofort ärztlich versorgt werden muss. Ursachen und Risikofaktoren Die Achillessehne reagiert empfindlich auf Veränderungen der Belastung. Die häufigsten Auslöser sind: Trainingsumfang zu schnell gesteigert: Die klassische Ursache bei Läufern. Die Sehne braucht deutlich länger als Muskeln, um sich an höhere Belastungen anzupassen. Einseitige Belastung: Immer dieselbe Laufstrecke, immer dasselbe Tempo, keine Variation im Training. Unpassendes Schuhwerk: Abgelaufene Laufschuhe oder ein Wechsel zu minimalistischem Schuhwerk ohne Umgewöhnungszeit. Verkürzte Wadenmuskulatur: Wer viel sitzt und wenig dehnt, hat häufig eine eingeschränkte Dorsalflexion im Sprunggelenk, was die Sehne zusätzlich belastet. Fussfehlstellungen: Ein ausgeprägter Knickfuss oder Plattfuss verändert die Zugrichtung an der Sehne. Übergewicht: Jedes zusätzliche Kilogramm erhöht die Belastung auf die Sehne bei jedem Schritt. Alter: Ab etwa vierzig nimmt die Elastizität des Sehnengewebes ab, was die Anfälligkeit erhöht. Medikamente: Bestimmte Antibiotika (Fluorchinolone) können Sehnenschäden begünstigen. Vergleich: Tendinopathie, Achillodynie oder Riss? Nicht jeder Schmerz an der Achillessehne hat dieselbe Ursache. Die folgende Tabelle hilft dir bei der Einordnung. Die endgültige Diagnose stellt immer eine Fachperson. Achillessehnen-Tendinopathie Achillodynie (unspezifisch) Achillessehnenriss Typischer Schmerz Belastungsabhängig, lokalisiert in der Sehne Diffus im Bereich der Ferse und Sehne Plötzlich, schiessend, oft mit hörbarem Knall Beginn Schleichend, über Wochen zunehmend Schleichend, oft ohne klaren Auslöser Akut, während Belastung (Sprint, Sprung) Morgensteifigkeit Typisch, bessert sich nach einigen Schritten Möglich, weniger ausgeprägt Nein, sofortige Funktionseinschränkung Verdickung der Sehne Häufig tastbar Selten Delle tastbar, Schwellung Zehenstand Möglich, aber schmerzhaft Möglich Nicht möglich (Kraftverlust) Typische Dauer Wochen bis Monate, je nach Belastungssteuerung Variabel, oft länger bei ausbleibender Therapie Sofortige Behandlung notwendig, Heilung Monate Wann zum Arzt Wenn Beschwerden nach zwei Wochen Entlastung nicht besser werden Wenn Schmerzen zunehmen oder die Funktion einschränken Sofort (Notfall) Selbsttest: Achillessehnenschmerzen einordnen Mit zwei einfachen Tests kannst du einen ersten Eindruck gewinnen, wie ernst deine Achillessehnenprobleme sind. Dieser Selbsttest ersetzt keine ärztliche Diagnose. Schritt 1: Einbeiniger Zehenstand Stelle dich barfuss auf ein Bein und hebe dich langsam auf die Zehenspitzen. Halte die Position drei Sekunden, dann senke dich langsam ab. Wiederhole das fünfmal. Achte auf zwei Dinge: Wo genau spürst du den Schmerz? Und kannst du die Bewegung überhaupt vollständig ausführen? Auswertung Schmerzfrei möglich: Gutes Zeichen. Die Sehne ist belastbar. Schmerz in der Sehne, aber Bewegung vollständig möglich: Typisch für eine Tendinopathie. Du kannst mit angepasstem Training und den Übungen in diesem Artikel starten. Zehenstand nicht möglich oder starker Schmerz: Lass die Sehne ärztlich untersuchen, bevor du belastest. Schritt 2: Druckschmerztest Setze dich hin und lege den betroffenen Fuss auf das andere Knie. Taste die Achillessehne vom Fersenbein bis hinauf zur Wade ab. Drücke dabei mit Daumen und Zeigefinger sanft die Sehne zusammen. Notiere die schmerzhafte Stelle und ob du eine Verdickung oder Delle spürst. Auswertung Druckschmerz und Verdickung zwei bis sechs Zentimeter über der Ferse: Typisch für eine Midportion-Tendinopathie. Druckschmerz direkt am Fersenbein: Hinweis auf eine Insertionstendinopathie oder eine begleitende Schleimbeutelentzündung am Fersenbein. Tastbare Delle in der Sehne: Verdacht auf einen teilweisen oder vollständigen Riss. Sofort zum Arzt. Diagnose Die Diagnose einer Achillessehnen-Tendinopathie lässt sich in den meisten Fällen klinisch stellen, also durch Gespräch und körperliche Untersuchung. Die Fachperson prüft die Sehne auf Druckschmerz, Verdickung und Beweglichkeit des Sprunggelenks. Zusätzlich wird die Wadenkraft getestet. Bildgebung ist nur notwendig, wenn der Verdacht auf einen Riss besteht, wenn die Beschwerden untypisch sind oder wenn trotz konsequenter Therapie über Wochen keine Besserung eintritt. Ultraschall zeigt Veränderungen im Sehnengewebe zuverlässig. Ein MRT ist selten notwendig, kann aber bei unklaren Befunden oder vor einer geplanten Operation sinnvoll sein. Behandlung und Physiotherapie Die Physiotherapie ist
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